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Quetzacoatel

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pazuzu

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ich bin nachweislich nachkomme der im jahre 1669 in treptow (rega) angeklagten HEXE ursula raddemer!

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                                                          2. Anhang
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INHALT : 

Quetzalcoatl  link

Tula

Chichén Itzá

Aztekischer Kalenderstein

Quetzalcouatl Mythologie  link

Tezcatlipoca   link

DER WEG DER TOLTEKEN  link

Peyote  link

Schamanen  link

 

1

 

            

Quetzalcoatl

(auch Quetzalcouatl geschrieben)

Quetzalcoatl (Nahuatl gefiederte Schlange) ist eine Gottheit mehrerer mesoamerikanischer Kulturen, darunter die Azteken und die Tolteken. Er spielt u. a. auch bei der Eroberung Mittelamerikas durch die Spanier eine große Rolle. Das Maya-Wort für Quetzalcoatl lautet Kukulcán.
Nach dieser Gottheit sind der Asteroid (1915) Quetzálcoatl sowie ein ausgestorbener Flugsaurier, der Quetzalcoatlus, benannt. Der Gott Tlahuizcalpantecutli dürfte eine besondere Erscheinungsform des Quetzalcoatl darstellen
Bei den Tolteken wurde Quetzalcoatl als Haupt- und Schöpfergott verehrt. Er wurde für den Morgenstern gehalten
 
Kukulcán
Die Pyramide des Kukulcán (Kukulcán: Maya-Wort für Quetzalcoatl), auch El Castillo genannt, liegt in der Ruinenstadt Chichén Itzá, in Yucatán (Mexiko).
Im Inneren des Gebäudes, das über einen Gang an der Nordseite zu erreichen ist, befindet sich ein überbauter Tempel mit zwei Räumen. Darin findet man die Opferfigur eines Chac Mool sowie einen Jaguarthron. Die Pyramide ist 30 m hoch, hat eine Grundkantenlänge von 55 m und umfasst 365 Stufen, die sich auf die Anzahl der Tage eines Jahres beziehen. Neben ihrer Funktion als Tempel erfüllte sie wahrscheinlich auch die Aufgabe eines Kalenders.
Bemerkenswert ist das "Schauspiel der gefiederten Schlange". Dieses ist in jedem Jahr zur Tagundnachtgleiche (21. März und 23. September) zu bestaunen. Der Schatten der gestuften Pyramidenkanten fällt dabei auf die Wange einer der Treppen. Dabei entsteht der Eindruck als würde sich dort eine Schlange hinunterwinden. Das Treppenende ist dementsprechend durch einen steinernen Schlangenkopf gestaltet.
 
Tlahuizcalpantecuhtli
Tlahuizcalpantecuhtli ([tɬaː.wis.kal.panˈteːkʷ.tɬi]; alternative Schreibweisen: Tlahuixcalpantecuhtli und Tlahuizcalpantecutli, aztekisch für Herr des Morgensternes) ist eine Gottheit der aztekischen Mythologie. Als Personifikation des Morgensterns und als Bruder des Xolotl stellt Tlahuizcalpantecuhtli eine andere Erscheinungsform des Quetzalcoatl dar. Tlahuizcalpantecuhtli ist weiters Gott der Morgenröte und wird als gefährlicher und übelwollender Gott dargestellt, der durch Pfeilschüsse und Wurfspeere Unheil verbreitet.

 

Tula

Tula war die Hauptstadt der Tolteken, einer der wichtigsten Kulturen Mexikos. Sie wurde später auch oft mit dem mythischen Tollan gleichgesetzt. Tula liegt 65 km nordwestlich von Mexiko-Stadt.

Die Nahuatl sprechenden Tolteken wanderten aus dem Norden Mexikos als Barbaren ein, wie es häufig in der Geschichte Mexikos geschah. Im Laufe der Zeit übernahmen sie die Herrschaft in dem Gebiet, das vorher unter dem Einfluss von Teotihuacán stand.

Statuen toltekischer Krieger in Tula
Statuen toltekischer Krieger in Tula

Das bekannteste erhaltene Gebäude ist die Morgenstern-Pyramide (auch Tempel des Quetzalcoatl, Tempel des Tlahuizcalpantecuhtli oder Tempel B), auf deren Plattform eine Gruppe von fünf Meter hohen steinernen Kriegern steht, die ursprünglich wohl das Dach des Tempels getragen haben. Am Eingang stehen große Schlangen-Statuen. Auch das große Fries, auf dem Jaguare und Adler Menschenherzen fressen, ist heute noch beeindruckend. In den Säulenhallen des Palastbezirkes sind noch erhaltene Original-Gemälde zu sehen.

Die mythische Geschichte der Stadt erzählt, dass 947 n .Chr. Quetzalcoatl („gefiederte Schlange“) geboren wurde und 980 n. Chr. den Thron bestieg. Tezcatlipoca („Rauchender Spiegel“) zettelte einen Aufruhr an und Quetzalcoatl musste mit einer großen Schar von Tolteken Tula verlassen. Ein Teil ließ sich im Gebiet der Mixteken nieder. Ein anderer Teil zog in das Gebiet der Maya nach Yucatán, wo sie die Stadt Chichén Itzá gründeten. Es gibt viele Parallelen in der Architektur der beiden weit voneinander entfernten Städte.

Im 13. Jahrhundert wurde Tula endgültig zerstört. Als letzte Handlung wurden die großen Kriegerfiguren am Fuß der Pyramide rituell begraben, wodurch sie der Nachwelt erhalten blieben.

Die toltekische Gesellschaft scheint sehr kriegerisch gewesen zu sein; Krieger-Gemeinschaften spielten wohl eine ähnlich große Rolle wie später bei den Azteken.

Die Tolteken scheinen auch die Sitte der Massenmenschenopfer eingeführt zu haben.

Menschenopfer

Im archäologisch inzwischen weitgehend nachgewiesenen Opferkult der Azteken entfaltete sich das Menschenopfer zeitgenössischen Berichten zufolge zu einem ungewöhnlich reich entwickelten Ritual. Jährlich sollen 10.000 bis 20.000 Gefangene von den Azteken geopfert worden sein. Täglich soll Huitzilopochtli ein Menschenopfer zur Unterstützung der Sonne bei ihrem Aufgang dargebracht worden sein. Opferte man Huitzilopochtli, so der aztekische Glaube, kein Menschenblut, so würde die Welt vernichtet. Opferungen für Huitzilopochtli sollen wie folgt vor sich gegangen sein: Das Opfer wurde von vier Priestern auf einem hohen Steinblock ausgestreckt. Ein fünfter Priester führte mit einem Steinmesser über der Brust des Opfers einen schnellen Längsschnitt durch und durchtrennte dabei Brustbein und Rippen. Das schlagende Herz wurde herausgerissen und der Sonne entgegengehalten. Die Abbilder der Götter wurden anschließend mit dem Blut getränkt.Die Weihe des Großen Tempels in Tenochtitlán soll von der Opferung tausender Menschen begleitet gewesen sein. Die Opfer für Xipe Totec sollen an einen Pfahl gefesselt und mit Pfeilen durchbohrt worden sein. Danach soll man ihnen die Haut abgezogen haben, die anschließend 20 Tage vom Priester getragen wurde. Die Mutter Erde Teteoinann forderte die Häutung weiblicher Opfer. Nach spanischen Quellen gehörte zur ursprünglichen Form des aztekischen Spieles Ulama die anschließende Opferung der gesamten Verlierermannschaft. Die Azteken haben sogenannte Blumenkriege durchgeführt, um Gefangene zu machen, die als Material für Menschenopfer dienten. Mehrfach wird berichtet, dass gefangengenommene Conquistadores während der spanischen Eroberungskriege in Mexiko geopfert wurden. Die Glaubwürdigkeit dieser Berichte wurde wiederholt in Frage gestellt , das beschriebene Faktum des Menschenopfers jedoch archäologisch im Grundsatz bestätigt.Die Azteken sollen adlige Opfer zuweilen im rituellen Kampf getötet haben: Dem Geopferten, der lediglich einen Lendenschurz trug und an den Boden gekettet war, habe man eine Waffe und einen Schild gegeben und er musste dann bis zu seinem Tod gegen einen gepanzerten Jaguarritter kämpfen.

 

Chichén Itzá

 

Chichén Itzá, Pyramide des Kukulcán
Chichén Itzá, Pyramide des Kukulcán
Pyramide in Chichén Itzá
Pyramide in Chichén Itzá

Chichén Itzá ist eine Ruinenstätte auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, ca. 120 km östlich von Mérida.

Nach dem Manuskript von Chumayel wurde Chichén Itzá in den Jahren 435 bis 455 vom Volk der Maya gegründet. Dem widersprechen allerdings Dokumente, deren früheste Erwähnung der Stadt Chichén Itzá auf das Jahr 879 zurückgeht. Die Tempelstadt mit etwa einem Kilometer Durchmesser war um zwei große Cenoten errichtet worden, von denen eine die Wasserversorgung der Stadt sicherstellte. Bewohnt wurde die Stadt nur von Priestern und Regierungsfunktionären, da sie die Hauptstadt eines Maya-Reiches darstellte. Die Bauern, die in der Umgebung Ackerbau betrieben, wohnten um die Anlage herum in Stroh- und Lehmhütten.

Der Name Chichén Itzá besteht aus drei Wörtern aus der Sprache der Itzá-Maya: chi (Mund), chén (Brunnen oder Teich) und itzá (Eigenbezeichnung des Volkes). Zusammengesetzt also: „Der Mund des Brunnens der Itzá“. Mit dem Brunnen war vermutlich die Cenote der Stadt gemeint.

Die Maya verließen Chichén Itzá bereits ungefähr 200 Jahre später wieder, nämlich 682 oder 690, je nach Quellenangabe. Ein erneutes Aufblühen erlebte die Stadt um das Jahre 987, als das Volk der Tolteken unter Führung ihres Herrschers Tula die Anlagen neu besiedelte. Die Tolteken, vermischt mit dem Volke der Chichimeken, teilten sich nach der Vertreibung des später zum Gott erhobenen Herrschers Quetzalcoatl auf. Ein Teil verließ die Hauptstadt Tollan (bzw. Tula) und beeinflusste die im südlichen Mexiko ansässigen Mixteken, während die restlichen Tolteken die Mayastädte Chichén Itzá, Tulúm und Uxmal eroberten.

In Chichén Itzá veränderten die Tolteken vor allem den Baustil, sodass das Castillo toltekischen Pyramiden nicht unähnlich ist. Neuerdings erklärt man sich den toltekischen Einfluss allerdings nicht mehr durch eine gewaltsame Eroberung, sondern dadurch, dass fremde Händler Auswirkungen auf die Kultur der Maya gehabt haben könnten.

Nach dem Untergang von Chichén Itzá durch stetige Abwanderung wurde die Hafenstadt Tulúm neues Zentrum der Maya, die sich nun auf den Seehandel ausrichteten und so auch kurz vor ihrem Niedergang auf die spanischen Entdecker treffen. Es lässt sich jedoch sagen, dass mit dem Ende der Stadt auch die Blütezeit der Maya vorüberging.

El Castillo - das Schloss

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siehe auch den Artikel Pyramide des Kukulcán

Im Zentrum der Tempelanlagen von Chichén Itzá befindet sich die als Castillo (span. für „das Schloss“) bezeichnete große Stufenpyramide. Das dreißig Meter hohe Bauwerk hat als Zugang vier Treppen auf allen Seiten. Diese Treppen bestehen aus je 91 Stufen, mit vier multipliziert und mit der letzten Stufe vor dem Tempel addiert ergibt das die Zahl von 365 Treppenstufen. Diese Zahl stellt nicht nur zufällig die Zahl der Tage im Jahr dar. Die Konstruktion der Tempelpyramide in Chichén Itzá beweist mit anderen Worten, welche enormen Kenntnisse der Astronomie die Maya bereits besaßen.

Das Castillo trägt auf seiner Spitze den Tempel von Kukulcán, der Schlangen-Gottheit der Maya, deren Namen sich vom toltekischen Quetzalcoatl ableitet. Der sechs Meter hohe Tempel auf der Pyramide musste bei der Entdeckung der Stadt Chichén Itzá zuerst wieder aus seinen Ruinen aufgebaut werden, da er im Laufe der Jahrhunderte zerfallen war.

Im Innern des Tempels des gefiederten Schlangengottes fanden die Entdecker einen herrlichen Jaguar aus Stein, der in rot bemalter Form und Augen aus Jade als Sitz gestaltet war und so wohl einst als Thron eines Hohepriesters gedient haben könnte. Archäologen sehen zudem einen Zusammenhang zwischen dem Baustil der Tolteken und der Architektur der Stufenpyramide Castillo, weshalb die bereits bestehende Annahme erhärtet wurde, dass die Kultur der Mayas unter toltekischem Einfluss stand.

Das „Castillo“ ist der unbestrittene Publikumsmagnet in Chichén Itzá. Es besitzt diesen Rang allerdings nicht nur aufgrund seiner beeindruckenden Bauweise und Größe, sondern auch aus einem weiteren Grund. Zweimal im Jahr, zur Tagundnachtgleiche, versinkt eine Seite der Pyramide fast vollständig im Schatten, dann wird nur noch die Treppe von der Sonne angestrahlt und auf ihr zeichnen sich die Stufen der Pyramide ab. Dieses gezeichnete Band vereint sich schließlich mit einem Schlangenkopf am Fuß der Pyramide und stellt so eine gefiederte Schlange dar. Die Gottheit Kulkulkan, zu deren Ehren die Stufenpyramide erbaut worden war, stellt die Wissenschaftler bis heute noch immer vor Rätsel.

 

 

                                      uriche

 

 

Templos de los guerreros - Der Kriegertempel

Kriegertempel und Halle der 1000 Säulen
Kriegertempel und Halle der 1000 Säulen

Der Kriegstempel ist ein schönes Beispiel für die Maya-Toltekische Architektur. Er steht nordöstlich der Pyramide von Kukulán, am nördlichen Ende der 1000 Säulen.

Die oberste Plattform erreicht man über eine Treppe, die allerdings für Touristen gesperrt ist. Dort ist der Gott Chac Mol in halb liegender Haltung zu sehen. Durch einen Irrtum wurde ihm der Name Chac Mol durch einen französischen Archäologen verliehen, er hat nichts mit dem Regengott Chac zu tun. Die unteren Wände sowie einige Säulen sind mit Maskenreliefs geschmückt. Jene Masken stellen Krieger und Adler dar, welche Menschenherzen zerfressen. Auf der oberen Plattform befindet sich der Tempeleingang, der mit zwei Schlagpfeilern markiert ist. Diese Schlagpfeiler entsprechen toltekischem Stil. Hingegen entstammen die Rüsselnasen des Regengottes Chac, wie sie an den Tempelrändern zusehen sind, dem Baustil der Maya.

Auf der Nordseite des Tempels befindet sich eine Treppe, die ins Tempelinnere führt. Dieser Tempel ist von einer prunkvollen Säulenhalle umgeben, die als „Halle der 1000 Säulen“ bezeichnet wird (span. Grupo de las Mil Columnas).

Iglesia - Die Kirche

Die sogenannte Iglesia (Kirche) befindet sich am südlichen Rand der Stätte und gehört zu einer Gruppe weiterer Puuc-Monumente wie dem Haus der Nonnen. Sie ist mit langnasigen Göttermasken bedeckt und weist die zurückgesetzten Friese auf, die für die endklassische Architektur der Puuc-Region charakteristisch waren. Die Iglesia ist dem Regengott Chac gewidmet. Sie besitzt nur eine Tür und die Fassade ist vollständig ausgeschmückt mit Abbildungen von Tieren und Göttern. Man nimmt an, dass die Iglesia eine Grabanlage gewesen ist.

Caracol - Der Schneckenturm

Caracol - Schneckenturm
Caracol - Schneckenturm

Der Caracol liegt im Süden von Chichén Itzá, direkt neben der Iglesia. Das Bauwerk in Chichén Itzá ist nicht zu verwechseln mit Caracol, einer Urwaldstadt der Maya im heutigen Belize. Das Gebäude in Chichén Itzá stellt ein Observatorium dar, in der Bauweise mit einem runden Gebäude mit steinerner Kuppel erinnert es auch an eine europäische Sternwarte. Runde Gebäude sind eigentlich in Mittelamerika selten.

Caracol bedeutet „Schneckenturm“, dieser Begriff kommt von der Wendeltreppe im Inneren, die in den obersten Aufbau des Gebäudes führt. Das Gebäude baut sich in drei Stufen auf: die beiden unteren "Plattformen" sind genau symmetrisch zu den anderen Gebäuden ausgerichtet. Anders jedoch die Sternenwarte selbst, Sie ist in einem anderen Winkel ausgerichtet, was bei einer Luftaufnahme sehr gut zu erkennen ist. Grund für die unterschiedlichen Ausrichtungen war wohl dass zuerst ein Tempel gebaut werden sollte, sich jedoch die Wissenschaftler gegen dieses Vorhaben wehrten weil der Platz ihrer Ansicht nach ideal für ein Observatorium war. Die Sternenwarte wurde so ausgerichtet, dass man die Venus, den Sonnenuntergang und den astronomischen Süden sehen konnte.

Der Baustil des Schneckenhauses war der Puuc-Stil, in dem bis zur Endklassik Gebäude errichtet wurden.

Juego de Pelota - Der Ballspielplatz

Juego de Pelota - Der Ballspielplatz
Juego de Pelota - Der Ballspielplatz
Zielring des Ballspielplatzes
Zielring des Ballspielplatzes

In Chichén Itzá hat man insgesamt zwölf Ballspielplätze gefunden. Der Juego de Pelota stellt den größten und bedeutendsten von mehr als 520 Ballspielplätzen auf Yucatán dar. Er befindet sich ungefähr einhundert Meter nordwestlich der Pyramide von Kulkulkan. Die Ausmaße des Spielfeldes betragen 168 x 38 m und es wird von acht Meter hohen Mauern flankiert, die unter anderem für das Publikum gedacht waren. Die Form der Spielfläche erinnert an zwei gegeneinandergestellte „T“.

Das Ballspiel war an sich unmenschlich anstrengend. In der Höhe von 6,50 Metern ist an jeder Seite je ein schlangenverzierter Ring befestigt, durch den der Ball geschlagen werden musste. Für den Ball gab es verschiedene Gewichtsklassen: 400, 1000, 2000 oder 4000 Gramm. Der Ball musste ohne Hilfe der Hände und Beine gespielt werden (also mit Schultern, Brust und Hüfte). Grund hierfür war dass der Ball den Weg der Sonne repräsentierte. Auf Abbildungen kann man die Schutzkleidung erkennen, diese war aus gehärtetem Leder gefertigt, außerdem trug ein Teil der Spieler zwei verschiedene Schuhe. Einer davon hatte einen Schutz für den Knöchel damit sich der Spieler beim hinrutschen zum Ball nicht verletzte. Ging der Ball ins Aus wurde er mit Hilfe eines Stocks zurück ins Spiel gebracht (man durfte den Ball ja nicht mit Hand oder Fuß berühren).

Die Motive der beiden Ringe lassen Rückschlüsse auf das Spiel zu. Volkskundler in Mexiko sind sich bis heute nicht sicher ob nicht der Mannschaftskapitän der Verlierer, sondern sogar der der Gewinner geopfert wurde. Jede Mannschaft hatte zwischen fünf und sieben Spieler, die bisweilen auch ungleich aufgeteilt wurden.

Besondere Aufmerksamkeit jedoch sollte der Akustik des Spielplatzes gewidmet werden. Heute, da die interessanten Stellen abgesperrt sind, stellt man sich jeweils in die mittigen Kopfgebäude, so kann man sich in Ruhe unterhalten, obwohl der andere fast 200 Meter weit entfernt ist, ohne dass Drittpersonen die Unterhaltung mitbekommen. Was allerdings heute noch funktioniert, ist, dass wenn man irgendwo auf dem Platz in die Hände klatscht, man ein 7-faches Echo erhält, da die Mauern am Rande des Spielfelds aus sieben verschiedenen Kalk-und Sandsteinen gebaut wurden. Eine solche Konstruktion ist eine wahre Meisterleistung architektonischen Handwerks.

Cenote - Der heilige Brunnen

Cenote - Brunnen
Cenote - Brunnen

Etwa vierhundert Meter geradewegs nördlich der Pyramide von Kulkulkan liegt die beeindruckende Cenote Sagrada, zu Deutsch der heilige Brunnen. Von ihm hat Chichén Itza auch seinen Namen, nämlich Brunnen der Itza. Im Stadtgebiet von Chichén Itzá befinden sich zwei Cenoten, von denen die eine ein heiliger Opferplatz war. Auf seinem Grund fand man große Mengen von Gegenständen, unter anderem Schmuckstücke, Jade, Gold und verschiedene Keramiken. Zudem barg man über fünfzig Skelette der Geopferten.

Um 1960 wurden die bedeutendsten Untersuchungen an der Cenote vorgenommen, die viele tausend Fundstücke zutage brachten. Die Bedeutung dieses Brunnens übertrifft die jedes anderen auf Yucatán.

Weitere Gebäude

Tempel der 1000 Säulen
Tempel der 1000 Säulen

Zu den weiteren Gebäuden in der Tempelstadt Chichén Itzá gehörte zu den bereits genannten architektonischen Meisterleistungen die Plattform der Venus. Sie befindet sich neben der großen Pyramide, die Treppen der Plattform werden flankiert von einem Schlangenkopf, der Quetzalcoatl-Kulkulkan als Morgenstern darstellt.

Am Rande Chichén Itzás stehen das Grab des hohen Priesters und das rote Haus. Ersteres ist pyramidenförmig gebaut, wobei Schlangen die Treppen säumen. In seinem Innern führt ein vierundzwanzig Meter tiefer Schacht zu den Gräbern hinunter. Das rote Haus wiederum erhielt seinen treffenden Namen von den rot bemalten Fragmenten, die man im Inneren des Hauses fand. Das Gebäude diente wahrscheinlich öffentlichen und religiösen Zwecken.

Der Markt der Tempelstadt Chichén Itzá ist ein Beispiel für Hofgalerien, die nach der Blütezeit der Maya entstanden. Der Platz ist gesäumt von Säulen und kann über weite Treppen erreicht werden. Weitere Bauten sind die Gräberplattform, die nordöstliche Kolonnade, die skulpierten Säulen und das Nonnenkloster. Das Gebäude, dessen Zweck nichts mit einem Kloster zu tun hat, wurde von den Spaniern benannt. Sie glaubten, es diene als Wohnstätte zur Opferung bestimmter Jungfrauen.

 

                                

Aztekischer Kalenderstein

Der normale aztekische Kalender richtete sich nach dem Sonnenjahr und hieß Xihuitl. Er umfaßte 18 Monate zu je 20 Tagen plus 5 extra Tage, die unglücksvoll gewesen sein sollen. Jeder Monat hatte 4 Wochen zu je 5 Tagen. Der letzte Tag in der Woche war öffentlicher Markttag (tianquiztli) und gleichzeitig Fest- und Ruhetag. So gab es insgesamt 288 Arbeitstage und 72 tianquiztli im Jahr. An den 5 Unglückstagen sollte man nicht arbeiten. Dies ergab insgesamt 365 Tage. Da aber das Jahr ca. 6 Stunden länger ist, ergab sich ein Überschuß an Tagen. Deshalb wurde nach jeweils 52 Jahren 12 ½ Schalttage eingeschoben. Damit wurde eine genauere Angleichung an das Sonnenjahr erreicht, als in jedem europäischen Kalender.

Es gab noch einen zweiten, heiligen Kalender mit 260 Tagen, den sogenannten tonalpohualli, der zu Weissagungen benutzt wurde. Die 260 Tage waren in 20 Wochen zu je 13 Tagen aufgeteilt. Jeder Tag war einem Gott (bzw. einer Göttin) zugeordnet. Das Schicksal der Menschen hing davon ab, ob ihrem Geburtstag gute oder schlechte Eigenschaften zugeschrieben wurde. So war bspw. "Sieben Regen" ein günstiger Tag, "Zwei Kaninchen" dagegen ein schlechter Tag.

 

1  




Sonnengott Tonatiuh
Seine Zunge ist als ein Opfermesser
dargestellt als Zeichen dafür, daß er
Opfer von Blut und menschlichen Herzen
erwartet.
2  




Vier Weltalter
Jaguarsonne, Ocelotonatiuh
Windsonne, Ehécatl
Regensonne, Tlaloc
Wassersonne, Chalchiuhtlicue
3  

Ring der 20 Tageszeichen
Symbole und Erläuterung s.u.
4  


Schmuckring
aus Adlerfedern, Sonnenstrahlen, Edelsteinen
und Blutstropfen
5  



Türkisschlange
aus deren Rachen rechts der
Sonnengott Tonatihu und links
der Feuergott Xluhtecutli schaut

Tag Symbol Gott
1 Krokodil (cipactli) Tonacatecuhtli, Herr der Erhaltung
2 Wind (ehecatls) Quetzalcoatl, die Gefiederte Schlange
3 Haus (calli) Tepeyollotli, das Herz des Berges
4 Eidechse (cuetzepalin) Hueyhuecoyotl, der Alte Kojote
5 Schlange (coatl) Chalchiuhtlicue, die Wassergöttin
6 Tod (miquiztli) Tecciztecatl, der Mondgott
7 Hirsch (mazatl) Tlaloc, der Regengott
8 Kaninchen (tochtli) Mayahuel, die Göttin des Pulque
9 Wasser (atl) Xiuhtecuhtli, der Feuergott
10 Hund (itzcuintli) Mictlantecuhtli, Herr der Unterwelt
11 Affe (ozomatli) Xochipilli, Prinz der Blumen
12 Gras (malinalli) Patecatl, Gott der Heilkunst
13 Rohr (acatl) Tezcatlipoca, Herr des rauchenden Spiegels
14 Jaguar (ocelotl) Tlazolteotl, Göttin der Liebe und des Schmutzes
15 Adler (cuauhtli) Xipe Totec, der gehäutete Herr
16 Geier (cozcaquauhtli) Itzpapalotl, der Obsidianschmetterling
17 Bewegung (ollin) Xolotl
18 Reibstein (tecpatl) Tezcatlipoca, Herr des rauchenden Spiegels
19 Regen (quiauitl) Chantico, Göttin des Herdes
20 Blume (xochitl) Xochiquetzal, Göttin der Blumen

 

2

 

 

Quetzalcouatl

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 Mit freundlichen Genemigung von Azazel
 http://www.daemonen.de/

Im Jahre "Eins Rohr" wurde - so heißt es Quetzalcouatl geboren, den man "Unseren Fürsten, den Priester Eins Rohr" nennt. Man sagt, seine Mutter sei eine Frau namens Chimalman, "Liegender Schild", gewesen.

"Wolkenschlange" hatte das weiße Steinmeßer, das Abbild der Göttin "Obsidianschmetterling", zu seinem Gott gemacht und trug es in einem Bündel auf seinem Rücken mit sich herum. Er zog nach dem Lande Comallan, um Eroberungen zu machen. Als die Leute von Comallan davon erfuhren, gingen sie "Wolkenschlange" entgegen, legten Speise für ihn hin und besänftigten ihn. Danach zog er nach Teeamman. Die Einwohner besänftigten ihn ebenfalls und sprachen: "Was macht der Herr? Er möge kommen und seine Stachelpflanze entgegennehmen Danach eroberte "Wolkenschlange" Colhuacan.

Nachdem er Colhuacan besiegt hatte, ging er weiter nach Ueuetocan und Pochtlan. Auch dort war er siegreich. Nun zog er nach Uitznauac, um dort auch Eroberungen zu machen. Da begegnete er Chimalman.
Chimalman legte ihren Schild auf den Boden, danach Speer und Wurfbrett. Ganz nackt stand sie da, ohne Hüftrock und Hemd. Und als "Wolkenschlange" sie gesehen hatte, schoß er seine Pfeile nach ihr. Der erste Pfeil, den er schoß, ging über ihren Kopf hinweg; sie bückte sich nur. Als er zum zweiten Male nach ihr schoß, ging der Pfeil an ihrer Seite vorbei, denn sie bog sich zur Seite. Als er zum dritten Male schoß, fing sie den Pfeil mit der Hand auf, und als er das vierte Mal schoß, ließ sie den Pfeil zwischen ihren Beinen hindurchgehen. Nachdem "Wolkenschlange" viermal vergeblich nach ihr geschoßen hatte, kehrte er um und zog von dannen.

Chimalman floh und ließ sich in einer Höhle nieder, die in einer Schlucht lag. Noch einmal rüstete sich "Wolkenschlange", sie zu töten; noch einmal ging er auf die Suche nach ihr. Als er sie nicht fand, mißhandelte er die Weiber der Uitznaua. Da sagten die Weiber der Uitznaua:
"Laßt uns hingehen, sie zu holen!"
Und sie gingen zu Chimalman und sprachen zu ihr:
",Wolkenschlange sucht dich; deinetwegen mißhandelt er deine Schwestern."
Da ging Chimalman nach Uitznauac.
Wiederum zog "Wolkenschlange" aus, und diesmal begegnete er ihr. Sie hatte nur die Schambinde um wie früher und legte ebenso - wie damals - Schild und Speer nieder. Der erste Pfeil ging wieder über ihren Kopf hinweg, der zweite an ihrer Seite vorbei, den dritten fing sie mit der Hand auf, und der vierte flog zwischen ihren Beinen hindurch. Da ergriff er sie und legte sich zu ihr nieder. Chimalman wurde schwanger.

Ehe ihr Kind geboren wurde, quälte es seine Mutter vier Tage lang sehr; dann kam Quetzalcouatl zur Welt. Bei seiner Geburt starb seine Mutter.

Im Jahre "Zwei Rohr" baute sich unser Herr "Eins Rohr" seine Fastenhäuser, Kultstätten und Bethäuser. Vier solcher Häuser baute er sich: ein mit Türkismosaik belegtes Balkenhaus, ein Haus aus roter Muschelschale, eines aus weißer Muschelschale und eines aus Quetzalfedern. In ihnen betete er, diente Gott und brachte seine Zeit mit Fasten zu.

Mitten in der Nacht stieg er zum Waßer hinab, um an der Stelle zu baden, die man "Waßerpalast am Ort des Zinns" nannte. Seine Agaveblattspitzen legte er auf den Bergen Xicocotl, Uitzco, Tzincoc und Nonoualcatepetl nieder. Statt der Agaveblattspitzen dienten ihm grüne Edelsteine zur Kasteiung, statt Fichtenzweigen Quetzalfedern bei der Darbringung, und er räucherte mit echten Türkisen, grünen Edelsteinen und roter Muschelschale. Die lebenden Opfer, die er darbrachte, waren Schlangen, Vögel und Schmetterlinge.

Man berichtet, daß er die im Innern des Himmels Thronenden als seine Götter verehrte und anrief - die Göttin "Sternenrock" und den Gott "Sternensonne", die "Herrin unseres Fleisches" und den "Herrn unseres Fleisches", den "Kohlschwarzen" und den "Blutroten", den, der die Erde gegründet hat", und den, "der sich über der Erde als Flocke erhebt". Er schrie hinauf zum "Ort der Zweiheit" - so hörten die Alten -, dem über dem neunfach verkettet liegenden obersten Himmel. Nur die Götter, die dort wohnen, rief er an; nur zu ihnen betete er in tiefster Demut und Zerknirschung.

Zu seiner Zeit erst kamen durch ihn große Reichtümer zu den Menschen: grüne Edelsteine und echte Türkise, Gold und Silber, rote und weiße Muschelschalen, Federn der Quetzalvögel und Kotingas, der roten Löffelreiher und gelben Trupiale, Tzinitzcan und Ayoquan. Er brachte den Menschen auch die vielerlei Arten Kakao und Baumwolle. Ferner war er ein großer Künstler in allen seinen Werken: seinen Eß- und Trinkgefäßen, seinen blau, grün, weiß, gelb und rot bemalten Tongefällen und vielem anderen.

Er begann auch einen Tempel für sich zu bauen und errichtete für ihn die Schlangenpfeiler; aber er vollendete ihn nicht und kam nicht damit zum Ziel. Solange er lebte, zeigte er sich nicht vor seinen Untertanen. An einem schwer zugänglichen Orte im Innern des Palastes lebte er streng bewacht. Seine Herolde hüteten ihn, indem sie ihn mit vielen Mauern umgaben; und so viele Mauern ihn umgaben, so viele Scharen von Herolden waren da. Er selbst saß auf einer Matte aus grünen Edelsteinen, Quetzalfedern und Gold.

Man sagt, daß oft böse Dämonen versuchten, ihr Spiel mit Quetzalcouatl zu treiben. Sie drangen in ihn, er möge Menschen opfern, aber Quetzaleouatl blieb standhaft:
"Es soll nicht soweit kommen!"
Denn er liebte seine Untertanen, die Tolteken, zu sehr, als daß er welche von ihnen opfern wollte. Er opferte andere Lebewesen: Schlangen, Vögel und Schmetterlinge. Dadurch versetzte er die Dämonen in Zorn, so daß sie begannen, ihm üble Streiche zu spielen, und sie sagten, sie wollten ihn arm und elend machen und ihn aus dem Lande treiben, wie es dann später auch wirklich geschah.
 
Als einst Quetzalcouatl und die Tolteken in der Erfüllung ihrer religiösen Pflichten läßig geworden waren, kamen drei Dämonen, um ihnen Unheil zu verkünden. Sie taten durch Zeichen und Wunder kund, daß Tollan untergehen werde.

Einer der Dämonen war Tezcatlipoca. Man sagt, er habe sich in ein altes Männchen verwandelt, eines tiefgebeugten, weißhaarigen Männleins Gestalt angenommen. So ging er zum Hause Quetzalcouatls. Dort sprach er zu den Dienern:
"Ich will den Herrn Quetzalcouatl sehen."
Da antworteten die Diener ihm:
"Hebe dich fort, Alterchen, der Herr ist krank, du wirst ihn belästigen."
Der Alte aber sagte:
"Ich muß ihn auf alle Fälle sehen, ich muß zu ihm."
Und sie sprachen zu ihm:
"Es ist gut, warte! Wir werden dich mit ihm sprechen laßen."

Darauf benachrichtigten sie Quetzalcouatl und sagten:
"Unser Fürst, da ist ein altes Männlein gekommen, das dich sehen will. Es sieht so aus, als sei es eine Falle für dich. Wir haben ihn hinausgeworfen, aber er will nicht gehen. Er sagt, er wolle den Herrn sehen."
Da sprach Quetzalcouatl:
"Er möge hereinkommen, denn ich erwarte ihn schon seit mehreren Tagen."
Darauf ließen sie das alte Männlein bei Quetzalcouatl eintreten. Er begrüßte ihn und sprach zu ihm:
"O Herr! Mein Enkel, wie befindest du dich? Hier ist eine Medizin, die ich dir mitgebracht habe. Trinke sie."

Und Quetzalcouatl erwiderte:
"Tritt herzu, Alter. Es hat dich Mühe gekostet, zu mir zu kommen. Schon seit mehreren Tagen erwarte ich dich."
Wieder fragte der Alte:
"Mein Enkel, wie befindest du dich?"
Quetzalcouatl antwortete:
"Ich bin überall sehr krank; meine Hände, meine Füße taugen nirgends mehr etwas, mein Leib ist ganz abgestorben, kraftlos und wie aus den Fugen gegangen."
Da sprach der Alte zu ihm:
"Hier ist eine Medizin. Sie ist sehr gut und lind, und sie berauscht. Wenn du sie trinkst, wird sie dich trunken machen und deinen Leib heilen, und du wirst weinen, dich verwaist fühlen, an deinen Tod denken und daran, wohin du dereinst gehen sollst."
Quetzalcouatl fragte:
"Wohin soll ich gehen, Alter?"
Darauf sagte der Alte:
"Du sollst nach Tollan Tlapallan gehen. Ein Mann ist dort der Hüter, ein alter Mann; ihr werdet miteinander beraten, und wenn du zurückkehren wirst, wirst du wieder ein kleines Kind werden."
Und der Alte drang von neuem in ihn:
"Auf, trinke die Medizin hier!"
Quetzalcouatl sagte:
"Nein, Alter; ich werde daran sterben."
Aber der Alte sagte:
"Trink nur, es wird dich schon danach gelüsten. Oder meinetwegen stelle den Trank auch nur vor dich hin; deine Seele wird danach lechzen. Koste ihn nur ein wenig."
Quetzalcouatl kostete ein wenig; danach trank er ordentlich und sprach
"Was ist das? Es ist sehr gut, es vernichtet meine Krankheit - wo ist sie geblieben? Ich bin nicht mehr krankt"
Und der Alte sprach zu ihm:
"Trinke noch einmal, die Medizin ist sehr gut, dein Leib wird davon stark werden."
Darauf trank Quetzalcouatl noch einmal und wurde trunken. Er begann zu weinen, und tiefe Niedergeschlagenheit ergriff ihn. Nun erst machte er sich mit dem Gedanken vertraut, fortzugehen; seine Entschlußkraft wurde gebrochen, und er vergaß diesen Gedanken nie mehr.

Das war ein Werk der Sinneßtörung, die der Dämon bewirkt hatte. Die Medizin aber, die er ihm gegeben hatte, war - wie berichtet wird - der weiße Wein, der aus dem süßen Saft der echten Agave bereitet wird.
 
Man sagt, daß eine weiße Weihe von einem Speer durchbohrt über den Tolteken dahinflog; da sie nicht fern von ihnen über der Erde schwebte, konnten sie sehen, wie sie durch die Luft flog. Es heißt weiter, daß ein Berg, der "Grasberg", brannte. Bei Nacht sah man von ferne, wie er brannte; denn die Flamme leuchtete weithin.

Als die Tolteken das sahen, wurden sie unruhig. Sie redeten die Arme zum Himmel empor, und allgemeines Geschrei erhob sich; es gab keine Ruhe, kein friedliches Leben mehr. Und da sie sahen, daß sich hier unheimliche, unheilverkündende Dinge begaben, sprachen sie:
"Tolteken! Jetzt ist es aus mit uns, jetzt gehen wir dahin! Dahin sind Glanz und Macht der Tolteken! Durch unsere Läßigkeit haben wir das Unheil über uns kommen laßen. Was hilft's? Wohin in aller Welt sollen wir gehen? Oh, wir Unglücklichen! Laßt uns alle unseren Mut zusamm

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ennehmen!"

Man erzählt weiter, daß ein Steinregen über die Tolteken niederging; nachdem es Steine geregnet hatte, kam vom Himmel ein großer Opferstein herab. An einem Ort hinter Chapultepec fiel er nieder. Da verkaufte eine alte Frau, die dort wohnte, Opferfahnen. Sie sprach:
"Nehmt sie hin, das sind eure Fahnen." Und die, die sterben wollten, sagten:
"Kauft mir eine." Dann gingen sie dahin, wo der Opferstein sich befand, und ließen sich opfern.
Da war niemand, der fragte:
"Was tun wir eigentlich?" Es war, als ob sie alle den Verstand verloren hätten. Der Mais soll damals bitter geworden sein, so daß die Tolteken ihn nicht mehr in den Mund nehmen, geschweige denn eßen konnten. Und eine alte Frau - es heißt, es sei der Dämon gewesen, der nun die Gestalt einer alten Frau angenommen hatte - ließ sich im Blumenfeld nieder und röstete den Mais. Und der Mais, den sie röstete, stank über die ganze Welt, über alle Menschen: der üble Geruch legte sich auf die ganze Erde.

Als aber die Tolteken den gerösteten Mais rochen, dünkte sie der Geruch sehr gut, und sie kamen eilends auf kürzesten Wegen herbei - es heißt Ja, daß sich die Tolteken aus Entfernungen nichts machten. Als viele beisammen waren, tötete der Dämon sie allesamt; keiner sah die Heimat wieder. Fürwahr, ein arges Spiel trieb der Dämon mit den Tolteken!

Noch viele andere unheimliche und schreckliche Dinge begegneten den Tolteken, so daß Tollan ganz und gar zugrunde ging. Und Quetzalcouatl, der darüber höchst beunruhigt und bekümmert war, faßte den Entschluß, seine Stadt Tollan zu verlaßen.
Er machte sich bereit. Es heißt, daß er sein goldenes und rotes Muschelhaus verbrannte; den übrigen Toltekenschatz, die Kostbarkeiten, vergrub und verbarg er an schwer zugänglichen Orten, im Innern der Berge oder in Felßchluchten. Die Kakaobäume verwandelte er in Dornakazien, und was es von Schmuckvögeln gab, von roten Löffelreihern, sandte er voraus; sie flogen vor ihm her nach dem Küstenland.
Als alles soweit war, brach er auf. Er wanderte und kam an einen Ort Quauhtitlan, wo ein sehr dicker und hoher Baum stand, neben den er trat. Darauf besah er sich im Spiegel und sprach:
"Ich bin alt." Und er nannte den Ort Alt-Quauhtitlan. Dann bewarf er den Baum mit Steinen, und die Steine drangen in die Rinde ein, sie blieben darin haften. Das kann man noch heute an dem Baum sehen; unten fängt es an und reicht bis zum Wipfel.

Während er weiterwanderte, bliesen seine Begleiter die Flöten für ihn. Als er einmal an einem Platze ausruhte, setzte er sich auf einen Stein und stützte dabei seine Hände auf. Dann blickte er gen Tollan und weinte und schluchzte; Hagelschauern gleich strömten seine Tränen, über sein Gesicht rannen sie, und wo sie hinabtropften, durchlöcherten sie den Stein. Und als er sich mit den Händen auf den Stein stützte, drang seine Handfläche in diesen ein, wie wenn er Töpferton sei. Auch sein Gesäß drückte sich, wo es auf dem Stein ruhte, in ihn ein. Das kann man noch heute an den Vertiefungen sehen; darum nannte er den Platz Temacpaleo, "wo sich der Handabdruck im Felsen befindet".

Danach brach er auf und kam nach dem Ort, den man Tepanouayan nennt. Ein Waßer ist dort, das sehr breit ist. Er legte einen Stein hin, machte eine Brücke und ging auf dieser über den Fluß; danach nannte er den Ort Tepanouayan, "wo man auf einer Steinbrücke über das Waßer geht".

Und wieder brach er auf und gelangte an eine Stätte, die man Cozcaapan nennt. Dort wollten ihn die Dämonen zur Umkehr bewegen und am Weiterwandern hindern. Sie sprachen zu ihm:
"Wohin gehst du? Warum hast du deine Stadt verlaßen? Wer soll dort jetzt dem Gotte dienen?"
Da erwiderte Quetzalcouatl:
"Es kann nicht anders sein; ich ziehe auf jeden Fall von dannen."
Und die Dämonen fragten ihn:
"Wohin wirst du gehen?"
Quetzalcouatl erwiderte:
"Nach Tlapallan, um dort mein Schicksal zu erfahren."
Sie fragten ihn weiter:
"Was wirst du dort tun?"
Quetzalcouatl antwortete:
"Ich bin dorthin gerufen worden; die Sonne rief mich.

 


Da sprachen die Dämonen zu ihm:
"Es ist gut; aber laß doch wenigstens die toltekische Kunst zurück." Quetzalcouatl gab die ganze toltekische Kunst preis: die Goldschmiedekunst, die Edelsteinschleiferei, die Holzschnitzerei, die Steinmetzkunst, die Malerei, die Anfertigung von Federschmuck. Alles ließen sie ihn auf den Boden werfen, alles nahmen sie ihm fort. Darauf warf Quetzalcouatl alle seine Geschmeide ins Waßer, und sie wurden vom Waßer fortgeschwemmt. Darum nannte er den Ort Cozeaapan, "am Fluß des Geschmeides".

Quetzalcouatl zog weiter und kam an einen Ort, der Cochtocan genannt wird. Dort begegnete ihm ein Dämon und fragte ihn:
"Wohin des Weges?"
Quetzaleouatl antwortete:
"Nach Tlapallan, um dort mein Schicksal zu erfahren."
Und der Dämon sprach:
"Gut. Trinke hier den Wein, den ich mitgebracht habe."
Quetzalcouatl entgegnete:
"Das ist nicht möglich. Ich darf ihn nicht einmal kosten."
Der Dämon drang in ihn:
"Das darf nicht sein, daß du ihn weder trinkst noch davon kosten willst. Denn ich laße niemand von mir gehen, dem ich nicht Wein vorsetze, den ich nicht trinken laße, den ich nicht trunken mache. Also, hier ist er, vorwärts, trink!"
Da trank Quetzalcouatl den Wein mit einem Saugrohr, und als er ihn getrunken, fiel er auf dem Wege in Schlaf. Er schnarchte so laut, daß man es weithin hörte. Und als er aufgewacht war, blickte er nach der einen und der anderen Seite, besah sich und glättete sein Haar. Danach nannte er den Ort Cochtocan, "wo man im Schlafe daliegt".

Quetzalcouatl brach auf und erstieg die Paßhöhe zwischen dem Popocatepetl und dem Iztactepetl, und es fiel Schnee über die, die er bei sich hatte, die Zwerge und Buckligen, seine Haußklaven; sie starben daselbst vor Kälte. Quetzalcouatl sprach sich Mut zu; er weinte, sang und seufzte. Und in der Ferne erblickte er nun bereits den anderen Schneeberg, den Poyauhtecatl.

Wiederum brach er auf, zog durch alle Lande und berührte alle Städte, und man sagt, daß er viele Zeichen als Andenken hinterließ. An einer Stelle soll er sich damit belustigt haben, daß er einen Berghang querte und so auf den Boden herunterkam, von wo er wieder auf einer Strickleiter aus Agavefasern hinaufstieg. An einer anderen Stelle legte er einen Ballspielplatz ganz aus Steinen an. Die Linie, die sich in der Mitte des Platzes befindet, war in den Boden gegraben und reichte tief hinab. An einer anderen Stelle schoß er einen Pfeil in eine Ceiba, und der Pfeil, den er schoß, war ebenfalls eine Ceiba; er drang von Seite zu Seite hindurch.

An einer anderen Stelle baute Quetzalcouatl ein Haus in der Erde an einer Stätte, die man Mictlan nennt. Noch viele andere Dinge tat er allerorten. Man sagt, daß er auch allen Bergen Namen gab, überhaupt hier auf Erden allen Dingen erst die Namen verlieh. Und nachdem er dann an das Ufer des Meeres gekommen war, baute er ein Schlangenfloß. Als es fertig geworden war, setzte er sich darauf, und es diente ihm als Schiff. So fuhr er von dannen und wurde auf dem Waßer entrückt. Niemand weilt, wie er nach Tlapallan gelangte.

Andere sagen, daß Quetzalcouatl im Jahre "Eins Rohr" am Ufer des Himmelswaßers anlangte, weinte, seinen ganzen Schmuck ablegte und sich danach selbst verbrannte. Und man sagt, daß seine Asche emporstieg, nachdem er sich verbrannt hatte, und daß dann alle möglichen Vögel mit kostbarem Gefieder erschienen, die man in die Höhe zum Himmel fliegen sah: Löffelreiher und Kotingas, Tzinitzcan und Ayoquan, Papageien, Araras und Loros und alle sonstigen Arten von Schmuckvögeln. Nachdem die Asche ganz verflogen war, stieg das Herz Quetzalcouatls vor aller Augen empor. Es ging zum Himmel und in den Himmel ein.

Die Alten erzählen, das Herz Quetzalcouatls habe sich in einen Stern verwandelt, der in der Morgendämmerung erscheint und zum erstenmal sichtbar wurde, als Quetzalcouatl starb. Man nannte ihn nunmehr den "Herrn der Dämmerung". Nachdem Quetzalcouatl gestorben war, war er zuerst vier Tage lang unsichtbar; es heißt, daß er damals in der Unterwelt weilte. Weitere vier Tage lang war er Knochen; erst nach acht Tagen erschien der große Stern, den man Quetzalcouatl nennt. Und man sagt, daß dann erst Quetzalcouatl zum Gott wurde.

Bevor Quetzalcouatl auf seinem Weggang ans Meer kam, soll er zwanzig Jahre in Cholula gelebt haben und beim Verlaßen dieser Stadt vier vornehme, tugendhafte Jünglinge mit sich genommen haben.

Als er mit ihnen in die Provinz Coatzacoalco kam, sandte er sie wieder zurück und trug ihnen neben etlichen guten Lehren, die er ihnen gab, auf, den Bewohnern von Cholula zu verkünden, daß in zukünftigen Zeiten über das Meer aus dem Osten weiße Männer kommen würden, mit langen Bärten gleich ihm selbst. Diese würden Herren der Länder von Mexiko werden.
 
 

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Mythologische Bedeutung
Dank an  Marcela meiner wundervollen indianischen Freundin aus Mexico
 
Die Venus, der am besten und am hellsten sichtbare Himmelskörper nach der Sonne und dem Mond, inspirierte mit seinen Auftauchen, Verschwinden und zyklischen Veränderungen seiner Position von alters her die Tolteken zu Mythen, in dem sie sich  Gott Quetzalcoatl, dem Symbol der Dualität im den Kreislauf von Tod und Wiederauferstehung schufen., Sehr wichtige in der Philosophie der Tolteken und ihrer Erben, den Mayas und Atzteken.

Sein Name, wörtlich als gefiederte Schlange übersetzt - Quetzal, Vogel mit kostbaren Federn; und coatl, Schlange und auch Gefährte oder Zwilling - , bezieht sich auf die zwei Erscheinungsweisen auf diesem Planeten, auf die kostbaren  Zwillinge, auf den Abendstern und den Morgenstern, welche eigentlich nur ein und der selbe Stern sind, auf die Synthese des Entgegengesetzten; wobei Nahuatl eine Sprache ist, die nicht versucht genaue Konzepte zu vermitteln, sondern eine Sprache voller Bilder und Symbole ist. Und Quetzal ist ein  ein Symbol dafür wie sich kostbare Dinge vereinigen, z.B. der Sprössling des Mais, der Himmel, das himmlische Paradies; wogegen mit Coatl Ideen wie Regen, Erde und Unterwelt verbunden werden.

Man sieht wie Quetzalcoatl im Osten geboren wird, das Universum als Abendstern (also als die Venus) überquert und danach für acht Tage verschwindet. (Acht) Tage die er im Verborgenen verbringt, bevor er im Westen als Morgenstern wieder erscheint, durch seine Überquerung des Kosmos den Kreislauf zwischen Tod und Wiedergeburt und den Wechsel zwischen diesen beiden Gegensätzen symbolisierend.

Prinzipien, die durch denselben Quetzalcoatl, den wohltätigen Gott, den weißen Tezcatlipoca, repräsentiert werden. Sowie auch durch seinen Bruder, den Unheilvollen, den schwarzen Tezcatlipoca, der in allem sein(Quetzalcoatls) Rivale aber auch sein Gefährte bei der Schaffung des Universums ist.

 

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Die Geschichte ist nichts als der ewige Kampf zwischen diesen beiden, dem Kreislauf von Erschaffung und Zerstörung, Sieg und Niederlage, die unterschiedliche Zeiten schufen, unterschiedliche Sonnen, das Gegenwärtige und das, was dieser voraus ging.

In einer letzten Instanz stellt der Kampf zwischen beiden den Antagonismus zwischen einer geschwächten toltekischen Kultur und der Machtergreifung des Atztekischen Reiches, (besser) repräsentiert durch den blutrünstigen Tezcatlipoca, dem Gott des Krieges, der am Ende Quetzalcoatl in der Person seines Priesters, Ce-Acatl, besiegt.

Tezcatlipoca besiegt ihn, indem er ihm(Quetzalcoatl) sein menschliches Antlitz -alt und hässlich- zeigt, wonach der Gott-Mensch an seiner Macht zweifelt, seine heiligen Aufgaben vernachlässigt, sich betrinkt bis er Inzest begeht und beschämt seinen Tempel in Tula für immer verlässt und später in Cholula, um sich am Rand des Meeres selbst zu opfern, nicht ohne vorher zu bemerken, dass er mit Bart und blondem Haar zurückkehren wird.

Vor dieser Niederlage war Quetzalcoatl schon zweimal wiederbelebt worden. Das erste Mal als er nach Mictlan, in die Welt der Toten, hinabstieg, um die Knochen der Männer zurückzuholen, aus denen er die Bewohner der fünften Sonne schaffen wollte. Das zweite Mal, bevor er dies schaffte, als er in der Falle starb, die ihm dieselben Götter, nach vier fehlgeschlagenen Versuchen die Menschen neu zu erschaffen, verängstigt, gestellt hatten.

Dieser dritte Besuch in der Welt der Toten war keine Ausnahme. Nachdem er sich geopfert hatte, erwachte er von seinem Scheiterhaufen und stieg in den Himmel auf, wo er zum Morgenstern wurde, um seinen Mythos, seinen Höhepunkt und Untergang, mit jedem Zyklus der Venus zu wiederholen.

Wenn die Geschichte denen, die verstehen, dass das Werden ein Kreislauf ist, weiter erzählt worden wäre, hätten diese vielleicht hinzugefügt, dass Quetzalcoatl in der Gestalt des blonden Mannes Hernan Cortes zurückkehrte, von dessen purem Anblick überwältigt, der atztekische Herrscher, Moctezuma, annahm, dass das perfekte (Zahn)rad der Zeit wiederangefangen hatte sich zu drehen. Dieses Mal starben alle Götter. Oder vielleicht auch nicht, da ja die Dialektik dieser Geschichte die Dialektik der Gegensätze ist, wonach es zwei Götter gibt, die immer weiter einen Kampf ohne Ende miteinander führen.

 
 

3

 

 

 

Tezcatlipoca

 
 

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Tezcatlipoca war der Gott der Nacht und der Materie der Tolteken und der Azteken. Er wird auch der "Rauchende Spiegel" genannt, denn er wird mit seinem magischen Spiegel dargestellt, mit dem er in die Herzen und in die Zukunft blickt. Weitere Attribute waren sein Opfermesser aus Obsidian und sein Jaguar-Gewand.

Tezcatlipoca war der Gott des Nordens, der Kälte, des Nachthimmels samt Mond und Sterne, der Farbe Schwarz, der Materie, des Krieges, der Helden, der Versuchung und der schönen Frauen.

Tezcatlipoca war an der Erschaffung der Welt zur Zeit der ersten Sonne beteiligt. Sein Gegenspieler Quetzalcoatl zerstörte diese Welt, aber später vertrieb Tezcatlipoca ihn aus Tollan/Tula.

Einst verführte Tezcatlipoca die Blumengöttin Xochiquetzal, die Schwester von Xochipilli.

Aus der "Historia general de las cosas de Nueva España" von Bernardino de Sahagun stammt folgender Text über Tezcatlipoca:

"Der Gott Tezkatlipoka, er galt als ein wahrer Gott, unsichtbar, mächtig, jede Stätte zu betreten, die Himmel, die Erde und den Ort der Toten. Man sagte, wenn er auf Erden war, hat er die Menschen zum Krieg angespornt, Feindschaft und Zwietracht gestiftet und viel Angst und Unruhe verursacht. Er hetzte die Völker gegeneinander auf, so dass sie Kriege führten, und darum ward er der 'Feind auf beiden Seiten' geheißen. Er allein verstand, wie die Welt regiert wird, und spendete allein Wohlstand und Reichtum und nahm sie nach seinem Belieben wieder fort; er spendete Reichtümer, Wohlstand und Ruhm, Tapferkeit und Herrschaft, Ehren und Würden und nahm sie wieder fort, wann es ihm gefiel. Darum ward er gefürchtet und verehrt, denn es lag in seiner Macht, zu erheben und niederzuwerfen."

Nach der Gottheit Tezcatlipoca wurde auch der Asteroid (1980) Tezcatlipoca benannt.

Eine der wichtigsten Zeremonien der aztekischen Religion war die Opferung eines Jugendlichen, der Tezcatlipoca symbolisierte. Ein Jugendlicher bot sich zum Opfer an, wurde ein Jahr lang als Gott verehrt und spielte während dieser Zeit auf den Straßen Flöte. Am Ende des Jahres musste er die Stufen zum Tempel besteigen und vier Flöten zerbrechen, welche die Himmelsrichtungen symbolisierten. Schließlich legte er sich auf den Opferstein, wo ihm das Herz herausgeschnitten wurde.

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DER WEG DER TOLTEKEN

Carlos Castaneda      

 

Carlos Castaneda (Nachname der Mutter), auch Carlos Aranha (Nachname des Vaters) (* 25. Dezember 1925 in Cajamarca, Peru, nach eigenen Angaben am 25. Dezember 1935 in Juquery bei Sao Paulo in Brasilien geboren; † 27. April 1998 in Los Angeles) war ein Anthropologe, selbsterklärter Schamane (s.g. Nagual), eine Art moderner Prophet sowie mehrfacher Bestsellerautor und Mitgründer der Tensegrity-Bewegung.

1968 berichtete Castaneda in seinem ersten Buch, er habe im Rahmen seiner Studien über die Indianer Mexikos den Schamanen und Zauberer Don Juan Matus vom Stamm der Yaqui-Indianer kennengelernt und in den folgenden Jahren die Kunst Don Juans als Wissender erlernt.

 

Lehren des Don Juan Matus

Eine Aussage, die hinter den Lehren des Don Juan (also hinter Castanedas Werken) steht, lautet: Der Mensch und die Welt, die ihn umgibt, ist das größte Mysterium, und nur wer den Weg des Herzens geht (also immer seinem Herzen folgt), kann den Weg des Kriegers beschreiten, sein Bewusstsein erweitern und seine Lebensenergie effektiver nutzen. Dies geschehe, indem nach und nach eine Umverteilung der Lebensenergie vorgenommen würde, ihre Quantitäten aus unsinnigen Handlungen immer mehr abziehend und das frei gewordene Potential in konstruktive Aktivitäten investierend. Die wichtigsten Praktiken in diesem Zusammenhang sind: „Das bekämpfen des Gefühls der eigenen Wichtigkeit“, „Den Eigendünkel ablegen“, „Den Spiegel der Selbstbetrachtung zerbrechen“, die Selbstbetrachtung, der Eigendünkel und das Gefühl der eigenen Wichtigkeit sind nach Meinung der Zauberer Eigenheiten, die die Energie des Menschen binden und ihn daher schwächen. Da nach Don Juan das Wesen der Dinge aus solch fließender Energie bestehe, scheint das Kriterum zur Beurteilung von Sinn und Unsinn ihr selbst immanent zu sein.

Laut Castaneda wurde dieses Wissen von den Schamanen/Zauberern aus dem präkolumbischen Mexiko von dem Volk der Tolteken überliefert. Durch diese von Castaneda weiter vermittelten Einsichten in die Eigenschaften des menschlichen Bewusstseins und der Bewusstheit alles Lebenden erfährt der Mensch von der Möglichkeit der Freiheit. Erreichbar sei diese, wenn er eine Lebensweise annehme, die als Weg des Herzens oder Weg des Kriegers bezeichnet wird, wobei diese Lebensweise oberflächlich betrachtet ähnliches erreichen möchte wie der Zen-Buddhismus, bspw. das Anhalten des Inneren Dialogs.

Das Kriegertum (Die Kunst des Kriegers), eine Leistung und Lebenseinstellung, die „nichts mit Akten kollektiver Gewalt oder individueller Dummheit zu tun hat“ (- Anspielung auf die unzähligen Revolutionen und Kriege der Menschheitsgeschichte -), gründet in der persönlichen Auseinandersetzung mit der Unendlichkeit. Der Pfad der Krieger wurde laut Castaneda ersonnen, um dem Suchenden körperliche und charakterliche Stärke zu geben, damit er die sich ihm in den Weg stellenden Schwierigkeiten erträgt und sich nicht von außergewöhnlichen Wahrnehmungen aus der Bahn werfen lässt. Außerdem soll dieser Pfad dem Krieger die Energie geben, die er braucht, um in unbekannte Welten einzutreten. Castaneda gibt an, dass laut seinem Lehrmeister, dessen Linie der Zauberer bereits seit 10000 Jahren existierte, sie ihren Zenit allerdings vor 3000 Jahren überschritten habe. Zitat: „Ein Krieger befindet sich im Kampf gegen das individuelle Ich, das uns unserer einstigen Fähigkeiten beraubt hat“. Während dieser existenziellen Auseinandersetzung sei zuerst der Montagepunkt - also das Ich/Bewusstsein als die psychische Instanz, die sich zwecks Orientierung Vorstellungen über die Welt 'montiert' - entdeckt worden und schließlich auch das rein energetische Wesen der Dinge, das in Form von leuchtenden Fasern materialisiert, die sich zu Dingen und Lebewesen bündeln. Nur letztere würden jedoch über den Montagepunkt verfügen, in dem sich jeweils eine bestimmte Menge dieser Fasern konzentriert. Sie erinnern an das Konzept der Superstrings, welches im Abendland von der modernen Physik erörtert wird. Der Weg des Kriegers ist als Suche nach der „absoluten Freiheit“ zu verstehen, Castaneda beschreibt es als „Freiheit von den Konventionen der Wahrnehmung“, eine Konvention z. B. zwinge den heutigen Menschen dazu, die Welt als eine Welt von festen Objekten wahrzunehmen, obgleich es dem Menschen möglich sei, sich aus dieser Konvention zu befreien und alles so zu sehen, wie es sei - als Energie. Auf diesem Pfad habe man es mit vier Gegnern zu tun, von denen der letzte für Individuen unüberwindlich bleibt: die Angst, Klarheit, Macht und das Alter. Wiederholt phasenweiser Rückzug des Kriegers aus seinen sozialen Bindungen zwecks objektivierender Betrachtung ihrer Korrektheit, sowie die Schwächung des Egos bis hin zum 'weltanhaltenden' Abschalten seines inneren Dialoges (Egozentrik), sind in dieser Lehre die Grundvoraussetzungen für das erfolgreiche Beschreiten des Kriegerpfades.

Bewusstheit und Wahrnehmung

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Das Prinzip des Montagepunktes (Orig. Assemblage Point) bildet den zentralsten von allen Aspekten der Lehre Don Juans. Der Beschreibung der Zauberer nach leben alle Lebewesen in einer Energieblase, einem „Kokon“, dieser umgibt uns Menschen und stellt die Begrenzung unseres Wesen dar. In diesem „Kokon“ befindet sich eine halbe Armeslänge hinter den Schulterblättern der sogenannte „Montagepunkt“, dieser hat die Größe eines Tennisballs. Das Universum besteht nach den Lehren Castanedas nun aus unendlich vielen Energiefäden, die sich, jeder für sich, seiner selbst bewusst sind. Der „Montagepunkt“ bündelt nun alle Energiefasern, die durch ihn hindurchgehen, da jede Faser Informationen über die Welt beinhaltet, findet durch die Bündelung Wahrnehmung statt. Das heißt die Lebewesen nehmen wahr, weil die Energiefasern des Universums im jeweiligen „Montagepunkt“ gebündelt werden. Da sich der Montagepunkt aller Menschen nahezu an (fast)derselben Stelle befindet, nehmen alle Menschen auch dieselbe Welt wahr, nämlich unsere Alltagswelt, d.h. eine Welt von festen Objekten. Nach Castaneda ist es nun aber möglich diesen „Montagepunkt“ zu verschieben, was bedeutet, dass nun andere Energiefasern durch ihn hindurchgehen, somit ändert sich nun die Wahrnehmung des betreffenden Menschen. Das Ziel der Zauberer ist es nun, den „Montagepunkt“ an eine Stelle zu verschieben, an der die Wahrnehmung von Energie als Energie möglich wird, also eine Interpretation zum festen Objekt unterbleibt und der Fluss der reinen Energie wahrgenommen wird. Eine Verschiebung des Montagepunktes müsse willentlich „beabsichtigt“ werden, die wichtigste Disziplin dazu ist das „Anhalten des inneren Dialogs“, welches u.A. auch durch die Einnahme psychotroper Pflanzen erreicht werden kann, aber auch durch Hunger, starke Erschöpfung, extremen Stress oder z. B. Kriegserlebnisse. Der wichtigste Gedanke zum „Montagepunkt“ ist, dass die Welt, die der normale Mensch wahrnimmt, nur eine von vielen hunderten ist.

Freiheit und Gefangenheit des Bewusstseins

 

Kindern falle es aufgrund ihrer noch ungefestigten Sozialisation oder Unerzogenheit noch leicht, den Montagepunkt, ohne sich dessen schon bewusst zu sein, zu verschieben (s. Lustprinzip, Vielgestaltigkeit kindlichen Lustverhaltens). Erwachsene hingegen hätten es ihrer vollendeten Erziehung oder psychischen Fixierungen wegen bereits deutlich schwerer oder seien überhaupt nie mehr in der Lage, sich der Verschiebbarkeit allein durch „Wollen“ bewusst zu werden, geschweige zu verwirklichen. Nur „durch Alkohol oder Drogen, durch schwere (fiebrige) Krankheit, in extremen Verhältnissen wie etwa Kriegssituationen und auch Träumen“ komme es bei ihnen zur Verschiebung des Montagepunktes, dann allerdings wegen der fehlenden Vorbereitung so, dass die begleitenden Änderungen der Wahrnehmung nicht verstanden werden. Falls eine beabsichtigte Verschiebung stattfindet und sich die Wahrnehmung des Menschen ändert und ihm unbekannte Welten gegenübertreten, gibt es nach Castanedas Aussagen die „Stimme des Sehens“, die einem sagt, wie die jeweilige neue Wahrnehmung zu deuten ist.

Die anorganischen Wesen

Laut Castaneda kann man durch das Nagual mit anderen Lebensformen, bis hin zu s.g. anorganischen Wesen Kontakt aufnehmen, mit ihnen kommunizieren und sie sogar als persönliche Verbündete gewinnen. Don Juan hingegen riet ihm - so Castaneda selber - dringend davon ab, mit dem Argument, dass sie ebenso lästig und egozentrisch wären wie unsere nächsten Verwandten. Der Zusammenbruch der Linie der „alten Zauberer“ sei u.a. darauf zurückzuführen, dass sie versucht hätten, persönliche Vorteile aus dem Kontakt zu diesen 'Anorganischen Wesen' zu gewinnen und diese nur ihren eigenen machtgierigen Zwecken unterstellten. Da die `alten Zauberer` sich dadurch unbesiegbar fühlten, aber nicht auf Angriffe von Menschen vorbereitet waren, waren sie den Angriffen der Spanier zur Zeit der Konquista hilflos ausgeliefert. Die Zauberer formierten sich danach neu zur Linie der `modernen Zauberer`. Laut Castaneda besitzen diese anorganischen Wesen eine eigene von uns unabhängige Existenz, welche für den Menschen aber erst durch die Verschiebung des Montagepunktes wahrnehmbar würde, d.h. diese anorganischen Wesen seien stets in unserer Umgebung, nur wir Menschen müssten unsere Wahrnehmung sensibilisieren, um uns ihrer bewusst zu werden.

Träumen und Pirschen“                    Photobucket

Es werden zwei Techniken der Zauberei benannt und unterschieden: das Träumen und das Pirschen. Beim Träumen - auch ein angeborenes Talent, über das nicht alle Menschen gleichermaßen verfügen - gehe es nur darum, den Montagepunkt a) in bestimmte Positionen zu bringen und b) die dort sich aktualisierenden Wahrnehmungen möglichst genau zu studieren. „Träumen“ im Sinne Castanedas bedeutet, sich während eines Traums bewusst zu werden, dass man träumt, d.h. der Träumende weiß, dass er träumt und kann sein Handeln im Traum bewusst steuern (Klartraum). Ein wesentliches Ziel des Träumens ist es, nach Objekten zu suchen, die Energie erzeugen und somit während des Träumens in real existierende Welten einzutreten, um aus Ihnen Kraft und Macht zu holen. Don Juan spricht von sieben Pforten des Träumens, welche durchschritten werden müssen. Ein weiteres wesentliches Ziel des Träumens ist es, den 'Energiekörper' zu erreichen, diesen erreicht der Träumer, indem er die vierte Pforte durchschreitet. Mit dem Energiekörper kann der Träumer auch im Wachbewusstsein unabhängig von seinem physischen Körper agieren. Das Pirschen ist nun dazu da, die Position des Montagepunktes, die während des Träumens erreicht wurde im Wachzustand wieder zu erreichen und dann festzuhalten. Für die einwandfreie Umsetzung sei insbesondere das Erlernen von Praktiken wichtig, die das Anhalten des inneren Dialoges bewirken. Reines Träumen und reines Pirschen schließen sich also gegenseitig absolut aus, ergänzen sich jedoch symbiotisch. Eine wichtige Position innerhalb solcher Gruppen nehme der „Nagual“-Mann oder die -Frau ein, deren Energiekörper eine doppelte Struktur aufweise, weshalb sie allein fähig wären, sich sowohl in Träumer wie Pirscher gleichermaßen hineinzuversetzen und die Führung solcher Gemeinschaften zu übernehmen.

Einsatz von bewusstseinsverändernden Mitteln

Der „Weg des Kriegers“ wird in Castanedas ersten beiden Büchern vor allem durch zweierlei vermittelt: a) seine Gespräche im Dialog mit Don Juan, welche dem Muster der sokratischen Eilenktik folgen und unter anderem das Anliegen der Zauberei erörtern, sowie b) dem gelegentlichen Konsum von verschiedenen halluzinogen wirkenden Pflanzen, so u.a. Peyote, Jimson Weed (Datura stramonium) und der Kleine Rauch Humito, eine in Pfeifen zu rauchende Mischung aus psylocibinhaltingen Pilzen und schimmeligen Blüten (siehe auch Visionen, Modellpsychose). Experimenteller Drogenkonsum zwecks einer erhofften Bewusstseinserweiterung (jedenfalls treten -veränderungen fraglos ein), sowie der damit unter ganz bestimmten Voraussetzungen machbare Anfang zum Beschreiten eines echten Selbstfindungsweges, trugen Ende der 60er Jahre zur Popularität der Werke bei. Allerdings spielen Drogen in seinen späteren Büchern keinerlei Rolle mehr für den Versuch Castanedas, seinem Bewusstsein eine andere, zweite Ebene der Wahrnehmung neben der unseres gewöhnlichen Alltags zugänglich zu machen. Durch eigene Erkenntnisse und Erlebnisse von großer Klarheit und Intensität, die ihm Don Juan Matus und Don Genaro geschildert hätten, sei ihm bewusst geworden, dass dauerhafter Drogenkonsum kein aussichtsreicher Weg sei, alteingesessene Denkmuster aufzugeben bzw. sich von der durch die Sozialisation ab der Geburt eingeprägten (anerzogenen) Weltauffassung abzukehren. Die ursprüngliche Verabreichung von Drogen durch Don Juan und dessen Auftrag, die davon bedingten Wahrnehmungsveränderungen sorgfältig zu erforschen, habe einen ausschließlich therapeutischen Zweck verfolgt; ohne diese Chance sein festens Weltbild zu erschüttern, wäre Castaneda nicht fähig gewesen, die ans Manische grenzende Fixierung seines Bewusstseins (Montagepunkts) genügend erschüttern oder auflockern zu können, sich wirklich für die Lehren Don Juans zu interessieren. Don Juan gab Castaneda die bewusstseinserweiternden Pflanzen und Pilze also, damit sich Castaneda aus seinem materialistischen Weltbild befreien konnte und um in die Wahrnehmungsbereiche der Zauberer vorzustossen.

„Das Raubwesen“

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Im Buch „Das Wirken der Unendlichkeit“ beschreibt Castaneda ein Wesen, welches vor Jahrtausenden „aus den Tiefen des Kosmos“ zu uns gekommen sei. Dieses Wesen versklave uns, indem es unser Bewusstsein raubt. Es „ernährt“ sich vom „Glanz der Bewusstheit“, welcher den Menschen umgibt und sich an der Außenseite des menschlichen Kokons befindet. Dieser „Glanz der Bewusstheit“ erstreckte sich ursprünglich, als der Mensch noch in seinem natürlichen Zustand war, vom Fuß bis zum Kopf. Auch bei Kindern ist er vorhanden; wird jedoch ab einer gewissen Reife angegriffen. Dieses Wesen, welches „Flieger“ genannt Bewusstheit bis zu den Zehenspitzen auf, das bedeutet, dass der Mensch aller seiner Wahrnehmungsmöglichkeiten beraubt ist. Das bisschen Bewusstheit, das noch übrig bleibt, reicht dem Menschen nur noch zur Selbstreflexion, also der Beschäftigung mit dem eigenen Ich. Das einzige Mittel, wie der Mensch den „Flieger“ vertreiben kann, ist das „innere Schweigen“ zu erreichen und ihm Disziplin aufzubürden. Der „Flieger“ trickst uns aus, indem er uns sein Bewusstsein gibt, von dem wir glauben, es sei unseres. Er hindert uns dadurch daran, sich gegen ihn zur Wehr zu setzen und uns unserer einstigen Möglichkeiten bewusst zu werden, welche unermesslich seien, sobald der Flieger vertrieben ist, und der „Glanz der Bewusstheit“ wieder bis in Höhe des Kopfes ansteigen kann.wird, frisst nun diese

 

Literaturhinweise in meiner Bücherliste unter :

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Bereits mittelamerikanische Grabfiguren aus der Zeit um 200 vor unserer Zeitrechnung beweisen die Verwendung des psychotropen Kaktus in der "amerikanischen Antike". Der Peyote spielte schon vor der Eroberung Mexikos durch die Spanier eine Rolle im Kult der mexikanischen Einwohner, da bereits Fray Bernardino de Sahagún in seinem Geschichtswerk davon berichtet. In Mexiko durch den Einfluss der christlichen Missionare allmählich durch den Agavenschnaps Tequila ersetzt, spielte er Anfang des 20. Jahrhunderts dort nur noch bei den Huicholes und den Tarahumara eine Rolle, doch fand ein um den Genuss von Peyote kreisender Ritus interessanterweise ab 1870 bei den Indianerstämmen Nordamerikas, die den Peyote bis dahin nicht gekannt hatten, weite Verbreitung. Die 1914 gegründete Native American Church stellt trotz Verboten in vielen US-Bundesstaaten das Peyote-Ritual in den Mittelpunkt ihrer Identität. Inzwischen wurde für die religiöse Gruppe eine Sonderregel festgelegt, die es den Gläubigen erlaubt, den Kaktus, wie auch das darin enthaltene Meskalin, zu besitzen und zu konsumieren.
Berühmt wurden die romanhaften Erlebnisse des US-amerikanischen Anthropologen Carlos Castaneda mit seinem Medizinmann-Guru Don Juan Matus.
 
Psychoaktive Wirkung
Trotz der Vielzahl von psychotropen alkaloidalen Inhaltsstoffen des Peyote-Kaktus (respektive innerhalb des oberirdischen Teils), die kurioser Weise keinen signifikanten Wirkungseffekt auf die menschliche Psyche haben, jedoch umso stärker den Sympathikus nachhaltig beeinflussen, tritt zunächst Übelkeit vor dem eigentlichen Rausch ein.
Der orale Konsum geht oft mit Übelkeit und häufig auch Erbrechen einher. Es erfolgt nach spätestens 75 Minuten ein ungeheurer Schub von veränderter Persönlichkeitswahrnehmung mit einer intensiven Geruchs-/Hör- und vor allem Farbwahrnehmung.
Erfahrene Peyotisten behaupten oft, dass tiefliegende, hauptsächlich negative Erinnerungen zum Vorschein treten, die so erst bearbeitet und überwunden werden können. Psychisch labile Persönlichkeiten sind mit dieser Erfahrung oft überfordert und können im schlimmsten Fall anhaltende Psychosen oder Angstneurosen davontragen
Kann ich nur bestätigen
 
Huichole
Die Huicholen (in ihrer eigenen Sprache Wirrá'ika, Plural: Wirrá'itari, d.h. „Heiler“, „Zauberer“) sind eine indigene mexikanische Ethnie mit etwa 15.000 bis 20.000 Angehörigen. Ihr Siedlungsgebiet liegt in der Sierra Madre Occidental im unwegsamen Berggelände des nord-westlichen Zentralmexiko vor allem in den Bundesstaaten Jalisco und Nayarit, zum kleineren Teil auch im Südosten von Durango und Zacatecas.
Die Huicholen leben sehr zurückgezogen als Bergbauern und Jäger in einem durch Schluchten und tief eingeschnittene Canyons äußerst unwegsamen und klimatisch abwechslungsreichen Teil der Sierra und sind dadurch einer der letzten von der Zivilisation wenig berührten Ureinwohnerstämme Mexikos. Je nach der Region, in der sie ansässig sind, sprechen die Huicholen verschiedene Dialekte des zu den Uto-aztekischen Sprachen zählenden Nahuatl wie Wirrá, Pima, Yaqui, Cora und Tepehuano. In ihr heutiges Siedlungsgebiet, in dem auch die Tepehuan beheimatet sind, zogen die Wirrárika vermutlich erst zur Zeit der spanischen Eroberung Mexikos, möglicherweise um entweder den Azteken oder anderen sie bedrängenden Stämmen, oder aber den Conquistadoren aus dem Weg zu gehen, ihre genaue Herkunft ist ungewiss.
Für ihren Lebensunterhalt betreiben die Wirrá'itari während der Regenperiode im Sommer einfache Landwirtschaft auf ihren verstreut gelegenen ranchos, die in kleinen Verbänden von einer bis etwa zwölf Familien bewohnt werden und an den weniger steilen Berghängen in ihrem Teil der Sierra liegen, die im trockenen Winter eher einer Wüste, im Sommer jedoch fast einem Dschungel gleicht. Das Land befindet sich in Gemeinschaftsbesitz und darf weder verpachtet noch verkauft werden. Jeder Erwachsene erhält circa 3000 Quadratmeter Grund zugeteilt. Der steinige Boden ist jedoch von minderer Qualität und bringt wenig Ertrag. Angebaut werden auf den Parzellen hauptsächlich blauer, roter, gelber oder weißer „heiliger“ Mais, Bohnen, Gurken, Kürbisse und Paprika. Das Unterholz wird durch Brandrodung beseitigt, die wichtigsten Werkzeuge zum Bestellen des Bodens sind Pflanzstöcke und einfache Pflüge. Die meisten Familien halten eine oder auch mehrere Kühe für die Milch- und Käsegewinnung und manchmal werden auch Schafe wegen der Wolle gehalten. Auch andere Haustiere wie Hühner oder Schweine werden gezüchtet, Fleisch wird jedoch eher selten gegessen, geschlachtet wird gewöhnlich nur während größerer religiöser Versammlungen. Einen organisierten Markt veranstalten die Huicholen nicht, allerdings tauschen sie Vieh untereinander oder verkaufen es zum Gelderwerb gelegentlich an Händler. Die Alltagskost besteht vor allem aus den genannten Feldfrüchten, in jüngerer Zeit auch aus zugekauftem Reis, ergänzt wird der Speiseplan durch Früchte aus Wildsammlung wie wilden Pflaumen (ciruelas) oder Guaven und Fischfang. Früher wurden auch Hirsche gejagt, doch diese sind inzwischen im Siedlungsraum der Huicholen kaum mehr anzutreffen, erst in allerjüngster Zeit konnten sich die Bestände dank der Bemühungen der Huicholen zur Wiederansiedlung etwas erholen. Für diese Bemühungen wurden die naturverbundenen Huicholen 1988 mit dem mexikanischen nationalen Preis für Ökologie ausgezeichnet. Armut oder relativer Reichtum der einzelnen Familien bemessen sich in der Menge an Vieh, das sie besitzen. Da die Landwirtschaft die eigenen Bedürfnisse oft nicht abzudecken vermag, müssen viele Huicholen saisonal auf den Tabak- und Zuckerrohrplantagen an der Küste arbeiten, wo sie häufig gravierende Vergiftungen durch Pestizide mit den resultierenden gesundheitlichen Schäden erleiden.
Im trockenen Winter sammeln sich die Huicholen in um Wasserlöcher (ojos de agua) oder in der Nähe von Wasserläufen angelegten Siedlungen mit Häusern aus getrocknetem, gelegentlich auch gebranntem Lehm und Holzbauten auf Stelzen. Diese Gemeindezentren bestehen neben öffentlichen Gebäuden aus den Häusern der Familien, die im Winter dorthin ziehen, manche haben auch eine Schule, eine Kirche oder ein Gefängnis, stets steht dort jedoch auch ein riviki oder caliwey (Tempel), in dem religiöse Zeremonien und Feiern abgehalten werden. Selbst größere Siedlungen umfassen oft nur wenige, ausgedehnte Großfamilien.
Religiös inspiriertes Fadenbild der Huicholen: in der Mitte die Sonne als zentrale Gottheit, darunter „Großvater Feuer“, in den Ecken drei Hirsche und ein Adler
Religiös inspiriertes Fadenbild der Huicholen: in der Mitte die Sonne als zentrale Gottheit, darunter „Großvater Feuer“, in den Ecken drei Hirsche und ein Adler
In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Stamm wiederholt von Anthropologen besucht, die seine Lebensweise und Kultur beobachteten und dokumentierten. In der westlichen Welt interessierte im Zuge der New-Age-Bewegung besonders der ursprüngliche Schamanismus des Stammes sowie in Kunstkreisen die farbenprächtigen traditionellen Fadenbilder, die von durch visionäre Träume inspirierten Stammesangehörigen aus gefärbten Wollfäden angefertigt werden, indem sie diese in figuralen und geometrischen Formen mit Wachs auf Holzbretter kleben. Die Handwerkskunst der Huicholen umfasst außerdem Weberei, Stickerei, Perlenarbeiten, Flechtarbeiten wie Sombreros, Jagdwaffen (Pfeil und Bogen), zeremonielle Gebetspfeile und cuchuries, das sind gewebte und häufig zusätzlich bestickte Taschen von großer Schönheit, die außer dem praktischen Nutzen auch religiöse Bedeutung haben. Selten trifft man einen Wirrárika ohne seine chuchurie an.
Religion
Die Huicholen kennen keinen Begriff für „Gott“, doch ihre öko-religiöse Philosophie verehrt verschiedene Entitäten ihrer natürlichen Umwelt als gleichsam göttliche Wesen, die sie als Familienangehörige ansprechen. Über allen Wesen steht in ihrem Weltbild „Vater Sonne“, von ihm stammen ab die vier Untergottheiten Mais, Adler, Hirsch (Kayaumari) und Peyote. Weitere verehrte Wesen sind beispielsweise „Mutter Ozean“, „Großvater Feuer“ (Tatewari), „Großmutter Wachstum“ (Nacawe) oder „Großer Großvater Hirschschwanz“, wobei letzterer der Überlieferung nach der Schamane war, der sie in ihren heutigen Lebensraum führte. Die Schamanen führen unter anderem Heilrituale durch, bei denen sie auch ihr umfangreiches phytotherapeutisches Wissen einsetzen, um geeignete Heilpflanzen zu verordnen. Die Huicholen haben eine Sondergenehmigung der mexikanischen Regierung, für rituelle Zwecke den wegen seiner psychotropen Inhaltsstoffe sonst verbotenen Peyote-Kaktus zu nutzen. Es ist Tradition, dass eine Gruppe von Abgesandten jeder Region einmal jährlich gemeinsam eine Peregrination über 550 Kilometer nach San Luis Potosí unternimmt, um dort in der Sierra de Catorce Peyotl zu sammeln. Der halluzinogene Kaktus wird unter anderem dazu eingesetzt, um Visionen zu empfangen, mit deren Hilfe der nächste moraakati bestimmt wird oder andere wichtige Entscheidungen getroffen werden.
In jüngerer Zeit hat das Volk der Wirrárika auch Bruchstücke des Katholizismus adaptiert. Die erste Missionsstation entstand nach 1950 in San Andrés Coatmiata. Seit den Bibel-Übersetzungsarbeiten der US-Amerikaner Joe und Barbara Grimes in den 1950er Jahren und der ihnen nachfolgenden evangelikalen Missionare entstanden auch mehr und mehr Erweckungsgemeinden und Kirchenbauten im Stammesgebiet. Allerdings besaßen die für die Grimes tätigen Übersetzer einen recht bodenständigen Sinn für Humor, was zu vielen Fehlübersetzungen und richtiggehenden Witzen in der Wirrá-Bibel führte. Auch aus diesem Grund war der Bekehrungsprozess in vieler Hinsicht nicht gerade erfolgreich, die meisten Wirrá'itari haben ihren ursprünglichen Glauben bewahrt und sträuben sich gegen Veränderung.
Native American
Die Native American Church, (auch Peyotismus oder Peyote-Religion) hat ihre Wurzeln in Oklahoma und ist in den USA unter den indigenen Völkern die am weitesten verbreitete eigenständige Religion. Zur Peyote-Religion gehört der Konsum von Peyote, welches unter anderem die psychoaktive und als Droge bekannte Substanz Meskalin enthält. Die Native American Church entstand durch eine Vermischung traditioneller indianischer Religionen und dem von europäischen Siedlern mitgebrachten Christentum.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts werden so genannte Peyote-Rituale in den Plains der USA abgehalten.
Peyote wurde bereits in präkolumbischer Zeit im Gebiet des heutigen Mexiko von den Azteken zur Kommunikation mit dem Übernatürlichen und in der Medizin verwendet. Peyote und seine Wirkung war aber bereits sehr viel früher bekannt. Dies beweisen Funde von mittelamerikanischen Grabfiguren aus der Zeit um 200 vor Christus.
In die USA kam der Peyote vermutlich durch die Apachen. Die erste Erwähnung der Native American Church ist unklar. Manche Quellen sprechen von 1870, andere von 1890. Fest steht, dass sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Peyote-Kult stark unter den einheimischen Stämmen ausbreitete.
1940 wurde die Religion vom Stammesrat der Diné verboten, da er sie als Bedrohung der Kultur der Diné und der christlichen Diné sah. Die Religion wurde daraufhin nur noch illegal im Untergrund praktiziert, bis 1967 das Verbot wieder aufgehoben wurde.
Heute wird die Peyote-Religion von mehr als 50 indianischen Stämmen in den USA praktiziert und hat zwischen 100.000 und 300.000 Anhängern.
 

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Dank an  Marcela meiner wundervollen indianischen Freundin aus Mexico 

 

 

Schamanen

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Seid dem Moment in dem der Geist der Menschen die Wahrheit gezeigt wurde, gab es, in allen Kulturen die jemals auf Erden wandelten, entschlossene Gruppen deren Existenz näher an der Welt des esoterischen, als der Welt des physischen war. Eine von diesen waren die Shamán oder Chamán, abgeleitet von dem Word "Shah- der Mensch;", die ihre Wurzeln im Tungus Stamm der Sibirischen Steppe haben. Die Chamán wurden beschrieben in Facetten ähnlich Magiern, Zauberern, Heilern, Medien etc. bis hin zu Priestern. Und obwohl sie solche Facetten hatten, war eine Sache sicher, dass die Identität der Chamán sehr viel weiter ging. Alle Facetten mögen zutreffend sein, aber in Wirklichkeit wird durch nur ihre Fähigkeit beschrieben zwischen 2 Welten zu "wandern", der täglichen Physischen und der Spirituellen, durch einen "veränderten Zustand des Bewussteins. Die Chamán, ob männlich oder weiblich, sind durch ihre geistige Vorbereitung die Einzigen, die in der Lage sind Kontakt mit der Welt der Geister, oder der höheren Welt des Inneren aufzunehmen, wo sie als meisterliche Führer zu großen Erfahrungen, und als Führer des Unsterblichen Geistes zum "Ewigen Licht" agieren. Die Chamán geraten in den "veränderten Zustand des Bewusstseins" durch verschiedene Mittel die ihnen Mutter Natur liefert, nämlich durch den Verzehr verschiedener Pilze und Gewächse (Ayahusca, Peyote, etc), und auch durch Gesänge, Musik und eine Serie von Ritualen und Tänzen. Zusätzlich nutzt der Chamán verschiedene esoterische Mittel -Wissen über das Innere- um sich in permanenten Kontakt mit seinem inneren Führer, oder Schutzgeist zu setzen. Diese Facette ist die bedeutendste, da alle Lehrlinge nicht nur den Test ihres Lehrer, sondern auch die Anerkennung ihres inneren Führers, oder Schutzgeistes benötigen, der ihnen dann die Möglichkeit dazu gibt. Durch seine Ausbildung wird er in der Lage sein alle Energie und alles Wissen der subtilen Ebene zu nutzen in angemessenen Aktionen und Therapien in der physischen Welt. Ergo können diese Aktionen und Therapien durch verschiedene Dinge und Aktivitäten genutzt werden, wie Musik, das Schlagen von Trommeln und Talismane. Wenn jemand zum Camion berufen ist, muss sein früheres Ich einen Bruch, oder den Tod erfahren haben, so das er nach einer "Selbstheilung" kann er denn Ruf empfangen und mit den Riten beginnen, die ihn auf die neue Ebene bringen werden. Das ist keine leichte Aufgabe.

 

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Die Camion existieren in diversen Kulturen, alte und präsente, die sich aber kaum unterscheiden. Alte Camion wurden als fähig bezeichnet durch "kompatible" Tiere, "Nagual"genannt zu werden. Heutzutage ist der Sinn dieser Visionen wie eine Art Ökosystem in dem Geist oder Lebensenergie ,mit der Natur im Gleichgewicht gehalten werden.

Wo immer , die gegenwärtige westlich Gesellschaft, übliche unabhängige Informationen suchen kann hat sie von Tieren möglichen " Nagualen" hören, so gut wie vom den Reise des Geiste, oder der Fähigkeit der Verwandlung, was der Grund sein kann für verächtliche Gedanken an andere Zeiten .Also die Camion haben Fakten und Kenntnisse erworben durch praktische Experimente, sowohl physischer , als auch übersinnlicher oder esoterischer Art

Man darf den Schamanismus nicht mit irgendeinem Glauben oder Religion verwechseln, da der Camion in der Art wie er in seiner Geist erzogen wird, den Unterschied religiöser Doktrin auslässt, was es möglich macht seine eigene Religion zu unterstützen.

Das bedeutet das der Chamáne sich nicht als böse oder heilig betrachtet, sondern sich als Vermittler versteht, spezialisiert auf das Kanalisieren subtiler und innerer Energien. Trotz alledem kann der Camion als "Seelendoktor verstanden werden".

"Der Camion kennt die Gedanken Gottes, denn er hat sie mit seinen Augen beobachtet, und er spürt das Wirken des Kosmischen Bewustseins.

 

Schamanismus

Wesentliche Elemente des Schamanismus sind Trance bzw. Ekstase (veränderte Bewusstseinszustände), das Motiv der Seelenreise und die Interaktion mit Geistwesen. Zentrale Figur des Schamanismus ist der Schamane, der eine Mittlerrolle zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt einnimmt und seine besonderen Fähigkeiten zum Wohl seiner Gemeinschaft einsetzt.

Der Begriff des Schamanismus 

Etymologie

Der Begriff "Schamanismus" ist vom deutschen Lehnwort "Schamane" abgeleitet; letzteres etabliert sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Deutschland. Es kommt vom evenkischen (d.h. tungusischen) šaman, dessen weitere Etymologie umstritten ist. Das Wort könnte eine Ableitung von der tungusischen Wurzel ša- (denken, wissen) sein. Eine weitere Interpretation des Wortes greift auf die mandschu-tungusische Bedeutung "mit Hitze und Feuer arbeiten" zurück.

Möglicherweise handelt es sich aber auch um ein Lehnwort: Vertreter der Theorie, der Schamanismus sei von Indien oder Tibet nach Zentralasien und Sibirien gekommen, leiten den tungusischen Ausdruck vom indischen (Pali) samana (Sanskrit cramana: Bettelmönch, Asket) her.  

Zahlreiche  Bezeichnungen für Person des Schamanen waren regional stark begrenzt.

Merkmale des Schamanismus

 

Besonderes Merkmal ist der Einsatz verschiedenster Mittel (u.a. rhythmisches Trommeln, Tanz, Trancetanz, psychedelische Drogen, Fasten) zum Erreichen von Trancezuständen. Diese werden im Allgemeinen interpretiert als Übergang in einen anderen Seinszustand, eine Anderswelt und Kommunikation mit Geistern. Dem Schamanen wird zugesprochen, er erlange dadurch besondere Fähigkeiten der Heilung und Weissagung sowie verschiedenste spezifische magische Kräfte. So ausgestattet versieht der Schamane kulturspezifisch eine teils große Zahl von Rollen – vom Heiler und Exorzisten über den Psychopompos (Begleiter der Seelen ins Totenreich) bis hin zum Zeremonienmeister.

Das schamanistische Weltbild ist in Schichten gegliedert; neben dem besonders häufig nachgewiesenen dreischichtigen Modell (Himmel, Erde, Unterwelt) kommen sieben- oder gar neunschichtige Modelle vor. An einer Achse, dem Weltenbaum, steigen die Schamanen auf und ab. Auf ihren schamanischen Reisen werden sie oft von ihrem Krafttier, manchmal sogar von mehreren, begleitet.


Forschungsgeschichtliche Aspekte und Theorien

Diffusionismus vs. Generalismus

Forschungsgeschichtlich stehen sich zwei grundsätzlich verschiedene Ansichten über den Schamanismus gegenüber. Während Diffusionisten davon ausgehen, dass der Schamanismus als religiöses Phänomen in einer einzelnen Kultur zu einem bestimmten Zeitpunkt entstanden sei und sich anschließend auf zahlreiche andere Kulturen ausgedehnt habe, behaupten Generalisten, jeder Mensch besäße schamanische Anlagen. Der Schamanismus wird so zu einer anthropologischen Konstante.

Eine bestimmte diffusionistische Theorie, der Schamanismus sei von Indien nach Zentralasien vorgedrungen, gilt seit Mircea Eliade als widerlegt. Laut Eliade sind nur spezifische Elemente, wie die Vorstellung einer Leiter oder eines Baumes, dem indischen Raum entlehnt.


Generalisierung und Übertragung auf vergleichbare Phänomene

Sämtlichen Forschungen zum Schamanismus liegt somit die Übertragung eines zunächst einzelsprachlichen Begriffs auf anderssprachliche Kulturen zugrunde. Zuerst geschah dies nur im sibirischen Raum, der als kulturelle Einheit konstruiert wurde, anschließend wurden die Konzepte "Schamane" und "Schamanismus" global angewendet. Endlich wurde der Schamanismus als eine Art anthropologisches Konstitutivum gesehen. Dieses Vorgehen hat auch Kritik hervorgerufen.

Es gibt in fast allen frühen Kulturkreisen ähnliche Erscheinungen, wie Animismus, Totemkult, Ahnenkult, Geisterglaube, Praktiken der Naturreligionen.

  • Die keltischen Druiden.
  • Alter Bön, die ursprüngliche vorbuddhistische Religion Tibets, enthält viele schamanistische Elemente. Auch die im Rahmen des tibetischen Buddhismus (Vajrayana) bekannten, als "Orakel" bezeichneten Medien werden zum Teil auf die vorbuddhistsche Bön-Religion zurückgeführt. Schamanische Rituale gehören zu den in diesen Religionen auch heute noch gebräuchlichen Praktiken.
  • Afrikanische Religionen, die später auch nach Amerika gelangten (Voodoo).
  • Süd- und mittelamerikanische Indianerkulturen mit noch aktivem Schamanismus, wie etwa bei den Shuar und Conibo
  • Moderne schamanisch Praktizierende (siehe auch: Okkultismus, Esoterik)
  • Ekstatische Techniken, bei den Propheten im Alten Testament, den Persern, den Sufis (islamische Mystiker).
  • Orakel der Antike (Delphi)
  • Saturnalien im antiken Griechenland

Eine sehr weit gefasste Auffassung des Schamanismus findet man bei Mircea Eliade, der ihn als Ekstase-Technik definiert.

Die Vorstellung vom prähistorischen Schamanismus

Ein bestimmtes Geschichts- bzw. Zeitmodell des 19. Jahrhunderts, nachdem zeitgenössische "primitive" Kulturen mit prähistorischen, etwa steinzeitlichen Kulturen gleichzusetzen seien, führte zu der Spekulation, der Schamanismus sei bereits in frühester Vergangenheit verbreitet gewesen. Archäologische Funde können dies bestenfalls plausibel machen; beweisbar ist diese Theorie nicht.

Der Archäologe Horst Kirchner (Literaturhinweis siehe unten) hingegen liefert ein eindrucksvolles Zeugnis für die These, dass schon im Aurignacien (um 13.000 v. Chr.) schamanisiert wurde, nämlich die bekannte Zeichnung aus der Höhle von Lascaux (dokumentiert in Broderick: Lascaux, A Commentary, London 1949, Fig. 45, p. 141). Sie zeigt einen Vogelkopf auf einer Stange, einen Bison und einen Mann mit offensichtlichem Ithyphallus in Schräglage. Kirchner zufolge handelt es sich um eine schamanische Séance: "Die Bildkomposition von Lascaux als Darstellung einer schamanistischen Geisterbeschwörung mit Hilfsgeist (Stangenvogel), Schamane (Mann) und Opfertier (Bisonstier)"

Initiationsprüfungen der sibirischen Schamanen

Folgendes wird über die Prüfungen erzählt, die die sibirischen Schamanen während ihrer Initiationskrankheiten erdulden müssen. Sie liegen drei bis neun Tage lang, manchmal noch länger, bewusstlos und fast leblos in der Jurte oder an einem einsamen Ort. Während dieser ganzen Zeit sprechen und essen sie nicht. Einige scheinen sogar das Atmen eingestellt zu haben und wären beinahe begraben worden. Ihre Kleider und ihr Lager sind mit Blut getränkt. Wenn sie zum Leben zurückkehren, erzählen sie, sie seien von den Dämonen oder den Geistern der Vorfahren zerstückelt worden: ihr Fleisch sei abgekratzt, ihre Knochen seien gereinigt, ihre Körpersäfte entfernt und ihre Augen ausgerissen worden. Bei manchen wurde das Fleisch mehr oder weniger lange gekocht; andere haben neues Fleisch und frisches Blut erhalten. Schließlich sind sie wieder zum Leben erweckt worden, aber mit einem völlig erneuerten Körper und mit der Gabe des Schamanisierens ausgerüstet.

Nach einem jakutischen Bericht tragen die Geister den künftigen Schamanen in die unterirdische Welt und schließen ihn drei Jahre lang in ein Haus ein. Hier erlebt er seine Initiation: die Geister schneiden ihm den Kopf ab und legen ihn auf die Seite, denn der Kandidat soll mit eigenen Augen seiner Zerstückelung zusehen. Darauf zerhauen sie ihn in kleine Stückchen, die sie unter die Geister der verschiedenen Krankheiten verteilen. Nur unter dieser Bedingung erlangt der künftige Schamane die Macht zu heilen. Darauf werden seine Knochen mit neuem Fleisch bekleidet und in manchen Fällen gibt man ihm auch frisches Blut. Nach einem anderen Bericht zerstückeln schwarze »Teufel« den Körper des künftigen Schamanen und werfen die Fleischstücke als Opfergaben in verschiedene Richtungen. Dann stoßen sie ihm eine Lanze in den Kopf und schneiden ihm den Kinnbacken ab.Ein samojedischer Schamane erzählte Lehtisalo, dass die Geister ihn überfallen und in Stücke geschnitten hätten, wobei sie ihm auch die Hände abschlugen. Sieben Tage und sieben Nächte blieb er bewusstlos auf dem Boden ausgestreckt, während seine Seele im Himmel weilte.

Aus einem langen und wechselvollen autobiographischen Bericht, den ein avamsamojedischer Schamane A.A. Popov gab, wollen wir einige bezeichnende Episoden herausgreifen. An den Pocken erkrankt, war dieser künftige Schamane drei Tage bewusstlos, fast tot, so dass man ihn am dritten Tag beinahe begraben hätte. Er sah sich in die Unterwelt hinabsteigen und wurde nach zahlreichen Ereignissen auf eine Insel gebracht, in deren Mitte sich eine Birke bis zum Himmel erhob. Das war der Baum des Herrn der Erde, und der Herr gab ihm einen Ast, damit er sich daraus eine Trommel mache. Dann kam er zu einem Gebirge. Als er durch eine Öffnung eindrang, begegnete er einem nackten Mann, der mit einem Blasebalg neben einem riesigen Kessel arbeitete, der sich auf dem Feuer befand. Der Mann ergriff ihn mit einer Zange, schnitt ihm den Kopf ab, teilte seinen Körper in kleine Stücke und warf alles in den Kessel. So kochte er den Körper drei Jahre lang und schmiedete ihm dann den Kopf auf einem Amboss. Schließlich fischte er seine Gebeine auf, die in einem Fluss schwammen, setzte sie zusammen und bedeckte sie mit Fleisch. Während seiner Abenteuer in der anderen Welt begegnete der künftige Schamane vielen Halbgöttern in menschlicher und tierischer Gestalt, und jeder offenbarte ihm bestimmte Aspekte der Lehre und brachte ihm die Geheimnisse der Heilkunst bei. Als er in seiner Jurte bei den Seinigen erwachte, war er initiiert und konnte schamanisieren.

Ein tungusischer Schamane erzählte, dass die Schamanen Ahnen ihn während seiner Initiationskrankheit mit Pfeilen durchbohrt hätten, bis er das Bewusstsein verloren habe und zu Boden gefallen sei; dann zerschnitten sie ihm das Fleisch, teilten seine Knochen ab und zählten sie: hätte einer gefehlt, so hätte er nicht Schamane werden können. Nach Aussage der Burjäten wird der Kandidat von den Schamanen-Ahnen gequält; sie schlagen ihn, schneiden ihm mit einem Messer das Fleisch ab, kochen es usw. Eine Teleutenfrau wurde Schamanin, nachdem sie in einer Vision unbekannte Männer ihren Körper in Stücke schneiden und in einem Topf kochen sah. Nach der Überlieferung der Altai-Schamanen öffnen die Geister der Vorfahren ihnen den Bauch, essen ihr Fleisch und trinken ihr Blut.

Diese wenigen Beispiele genügen, um zu zeigen, dass die Initiationskrankheiten ziemlich genau dem Grundschema jeder Initiation folgen:

  1. Marter durch die Hand der Dämonen und Geister, die die Rolle der »Initiationsmeister« spielen;
  2. ritueller Tod, vom Patienten als Abstieg in die Unterwelt erlebt (dem zuweilen ein Aufstieg in den Himmel folgt);
  3. Auferstehung zu einer neuen Seinsweise: der eines geweihten Menschen, das heißt eines Menschen, der fähig ist, persönlich mit den Göttern, Dämonen und Geistern zu kommunizieren. Die verschiedenen Arten von Leiden, die der künftige Schamane erfährt, werden als ebenso viele religiöse Erfahrungen gewertet: die psychopathologischen Krisen, so erklärt man, veranschaulichen den Raub der Seele durch die Dämonen oder seine ekstatische Reise in die Hölle oder in den Himmel; die körperlichen Schmerzen gelten als durch die Zerstückelung verursacht. Doch wie immer die Natur der Leiden sein mag, sie spielen in der Ausbildung des Schamanen nur insofern eine Rolle, als dieser ihnen eine religiöse Bedeutung beimisst und sie aus diesem Grunde als unerlässliche Prüfungen für seine mystische Verwandlung auf sich nimmt. Denn man darf nicht vergessen, dass auf den Initiations- »Tod« stets eine »Auferstehung« folgt; das heißt in Begriffen der psychopathologischen Erfahrung ausgedrückt, dass die Krise überwunden und die Krankheit geheilt ist. Ob der Schamane eine neue Persönlichkeit erlangt, hängt zum größten Teil von seiner Heilung ab.

Wir haben bisher nur sibirische Beispiele angeführt, doch das Thema der Initiationszerstückelung ist viel weiter verbreitet. Während der Initiation der araukanischen Schamanen macht der Meister die Anwesenden glauben, dass er dem Neophyten die Zunge und die Augen austausche und ihm den Bauch mit einem Stab durchbohre. Bei den River-Patwin-Indianern heißt es, dass dem Aspiranten der kuksu-Gesellschaft von Kuksu selbst der Nabel mit einer Lanze und einem Pfeil durchbohrt wird. Er verscheidet und wird durch einen Schamanen wieder auferweckt. Bei den Sudannegern der Nubaberge heißt die erste Initiationsweihe »Kopf«, denn »man öffnet den Kopf des Novizen, damit der Geist hinein kann«.

Auf Malekula enthält die Initiation des Medizinmannes unter anderem die Zerstückelung des Neophyten; der Meister schneidet ihm die Arme, die Füße und den Kopf ab und bringt sie dann wieder an ihren Platz. Bei den Dajak behaupten die alten manang, dass sie dem Kandidaten den Kopf abschneiden, sein Gehirn entfernen und waschen, um ihm einen helleren Verstand zu geben.` Schließlich sind, wie wir gleich sehen werden, die Zerstückelung des Körpers und die Auswechslung der Eingeweide wesentliche Riten in einigen Initiationen de] australischen Medizinmänner. Die initiatorische Zerstückelung der Schamanen und Medizinmänner verdiente eine lange vergleichende Studie, denn die Ähnlichkeiten mit dem osirischen Mythos und Ritual einerseits und der rituellen Zerstückelung des hinduistischen meriah andererseits sind verwirrend und konnten bisher nicht erklärt werden.

Eines der spezifischen Merkmale der schamanischen Initiationen ist neben der Zerstückelung des Kandidaten seine Skelettierung. Man begegnet diesem Motiv nicht nur im Bericht über die Krisen und Krankheiten derer, die von den Geistern zum Schamanen »erwählt« worden sind, sondern auch in den Erfahrungen jener, die ihre schamanischen Kräfte durch eigene Anstrengungen nach langem und mühsamem Suchen erworben haben. Bei den Ammasilik-Eskimo beispielsweise verbringt der Lehrling lange Stunden in seiner Schneehütte, um zu meditieren. In einem bestimmten Augenblick fällt er »tot« hin und bleibt drei Tage und drei Nächte leblos liegen; während dieser Zeit verschlingt ein riesiger weißer Bär sein ganzes Fleisch und reduziert ihn auf ein Skelett. Erst nach dieser mystischen Erfahrung erhält der Lehrling die Gabe zu schamanisieren. Die angakut der Igluliek-Eskimo sind imstande, ihren Körper von Fleisch und Blut zu befreien und lange Zeit ihr eigenes Skelett zu betrachten.

Fügen wir hinzu, dass das Betrachten der eigenen Tötung durch die Dämonen und die schließliche Skelettierung eine der bevorzugten Meditationen des indosibirischen und mongolischen Buddhismus bildet. Es ist auch daran zu erinnern, dass das Skelett ziemlich häufig auf die Tracht des sibirischen Schamanen gezeichnet wird. Wir haben es hier mit einer sehr alten religiösen Vorstellung zu tun, die den Jägerkulturen eigentümlich ist: der Knochen symbolisiert die letzte Wurzel des animalischen Lebens, den Mutterschoß, der unablässig das Fleisch hervorbringt. Vom Knochen aus werden die Tiere und die Menschen wiedergeboren; sie verharren eine Zeitlang im fleischlichen Dasein, und wenn sie sterben, reduziert sich ihr »Leben« auf das im Skelett konzentrierte Wesen, aus dem sie von neuem geboren werden." Auf ein Skelett reduziert, erleben die künftigen Schamanen den mystischen Tod, der es ihnen erlaubt, sich in die andere Welt zu begeben, die Welt der Geister und der Vorfahren, und an ihrem Wissen teilzuhaben. Sie werden nicht von neuem »geboren«, sondern »neu belebt«: ihr Skelett wird zum Leben zurückgebracht, indem es neues Fleisch erhält.

Es handelt sich um eine religiöse Vorstellung, die sich deutlich von der Auffassung der Ackerbauern unterscheidet; diese sehen in der Erde die letzte Quelle des Lebens und vergleichen folglich den menschlichen Körper mit dem Samen, den man in die Scholle senken muss, damit er keimen kann. In der Tat sahen wir, dass in den Initiationsritualen zahlreicher ackerbautreibender Völker die Neophyten symbolisch begraben werden oder die Regression in den embryonalen Zustand im Schoß der Mutter Erde erleiden. Das Initiationsszenarium der nordasiatischen Schamanen enthält keine Rückkehr zur Erde (symbolische Beerdigung, Verschlungenwerden von einem Ungeheuer usw.), sondern die Vernichtung des Fleisches und folglich die Reduzierung des Lebens auf sein letztes und unzerstörbares Sein.

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Initiationsriten

Wenn der Neophyt bewusstlos in der Jurte liegt, ruft die Familie gewöhnlich einen Schamanen, und dieser wird später die Rolle des Lehrers übernehmen. In anderen Fällen macht sich der Novize nach seiner »Initiationszerstückelung« auf die Suche nach einem Meister, um die Berufsgeheimnisse zu erlernen. Die Unterweisung ist Teil der Initiation und wird zuweilen im Zustand der Ekstase empfangen; anders gesagt, der Schamanenmeister unterrichtet seinen Schüler auf die gleiche Weise wie die Dämonen und Geister. Nach den Informationen, die Ksenofontov bei den Jakuten-Schamanen gesammelt hat, nimmt der Meister die Seele des Novizen mit sich auf eine lange ekstatische Reise. Sie beginnen, einen Berg zu besteigen. Von dort oben zeigt der Meister dem Novizen die Abzweigungen des Wegs, von denen aus andere Pfade zum Gipfel führen: dort hausen die Krankheiten, die die Menschen quälen. Dann führt der Meister seinen Schüler in ein Haus. Hier kleiden sich beide in Schamanengewänder und beginnen zu schamanisieren. Der Meister offenbart seinem jünger, wie er die Krankheiten erkennen und heilen kann, die die verschiedenen Teile des Körpers angreifen. Jedesmal, wenn er einen Körperteil nennt, spuckt er ihm in den Mund, und der jünger muss den Speichel schlucken, um die »Wege des Unheils der unteren Welt« kennenzulernen. Schließlich führt der Schamane seinen Schüler in die obere Welt, zu den himmlischen Geistern. Von nun an besitzt der jünger »geweihtes Fleisch« und kann seinen Beruf ausüben."

Es gibt auch öffentliche Initiationszeremonien, vor allem bei den Burjäten, den Gold, den Altaiern, den Tungusen und den Mandschu. Die Zeremonien der Burjäten gehören zu den interessantesten. Der Hauptritus enthält einen Aufstieg. Man befestigt in der Jurte eine starke Birke, deren Wurzeln sich im Herd befinden, während der Wipfel aus dem Rauchloch herausragt. Diese Birke heißt udeshi bürkhan, »der Türhüter«, denn sie öffnet dem Schamanen den Himmel. Sie bleibt innen im Zelt und dient als Kennzeichen der Schamanenwohnung. Am Tage der Weihe klettert der Kandidat auf den Gipfel der Birke - nach einigen Überlieferungen mit einem Schwert in der Hand - und ruft, sobald er aus dem Rauchloch herauskommt, laut die Götter um Hilfe. Dann begeben sich der Meisterschamane - »Schamanenvater« genannt -, der Lehrling und alle Anwesenden in einer Prozession auf einen Platz außerhalb des Dorfs, wo am Vorabend im Hinblick auf die Zeremonie eine große Zahl von Birken gepflanzt worden ist. An einem bestimmten Punkt neben einer Birke macht die Prozession halt: man opfert einen Bock, und der Kandidat wird mit nacktem Oberkörper an Haupt, Augen und Ohren mit dem Blut gesalbt, während die anderen Schamanen das Tamburin schlagen. Der »Schamanenvater« steigt nun auf eine Birke und macht an ihrem Wipfel neun Einschnitte. Der Kandidat steigt nun seinerseits hinauf, wobei ihm die anderen Schamanen folgen. Dabei fallen sie alle in Ekstase - oder täuschen Ekstase vor. Nach einer Information von Potanin muss der Kandidat neun Birken ersteigen, die ebenso wie die neun Einschnitte die neun Himmel symbolisieren.

Wie Uno Harva deutlich erkannt hat, erinnert die burjätischen Schamaneninitiation an gewisse Zeremonien der Mitrasmysterien. So gemahnt die Reinigung des Kandidaten durch das Blut eines Bockes an das taurobolium, den Hauptritus der Mitrasmysterien, und sein Erklettern der Birke an den Mysten des Mithras, der eine Leiter mit sieben Sprossen erklimmt, die nach Celsus die sieben Planetenhimmel darstellen. Die Einflüsse des antiken Nahen Ostens sind fast überall in Zentralasien und in Sibirien zu erkennen, und der Initiationsritus des Burjäten-Schamanen muss wahrscheinlich zu den Beweisen für diese Einflüsse gezählt werden. jedoch ist hinzuzufügen, dass die Symbolik des Weltenbaums und der Initiationsritus der Besteigung einer Birke schon vor den aus Mesopotamien und dem Iran kommenden Kulturelementen in Zentral- und Nordasien vorhanden war. Auch wenn die Auffassung von den sieben, neun oder sechzehn Himmeln - die für Asien und Sibirien so charakteristisch ist - sich letzten Endes von der babylonischen Vorstellung der sieben Planeten herleitet, so ist die Symbolik des Weltenbaums als axis mundi nicht spezifisch babylonisch.

Diese Symbolik ist fast universell und in Kulturschichten bezeugt, wo man vernünftigerweise keine mesopotamischen Einflüsse vermuten kann.                                         

Was man vom Initiationsritus des burjätischen Schamanen in Erinnerung behalten muss, ist die Tatsache, dass man glaubt, der Neophyt steige zum Himmel auf, um geweiht zu werden. Mit Hilfe eines Baums oder Pfahls in den Himmel aufsteigen ist auch der Hauptritus der altaischen Schamanensitzungen. Die Birke oder der Pfahl werden mit dem im Zentrum der Welt errichteten Baum oder Pfeiler verglichen, der die drei kosmischen Zonen miteinander verbindet - Erde, Himmel, Hölle. Der Schamane kann auch, indem er die Trommel schlagt, ins Zentrum der Welt gelangen. Denn wie uns soeben der Traum eines samojedischen Schamanen zeigte, wird der Trommelkasten aus einem Ast des kosmischen Baums gefertigt. Wenn der Schamane den Ton seiner Trommel hört, fliegt er in Ekstase zu dem Baum, das heißt ins Zentrum der Welt.

Alle diese schamanischen Riten sowie andere Bräuche und Glaubensvorstellungen, von denen wir nicht gesprochen haben, sind eng mit einer Ideologie verbunden, die sich um den Mythos des kosmischen Baums entwickelt hat. Da ist einerseits die Vorstellung vom Baum als Zentrum der Welt: er verbindet die drei kosmischen Zonen, und wenn man an seinem Stamm hinaufklettert, kann man von der Erde in den Himmel gelangen. Dieser kosmische Baum ist andererseits eine imago mundi: symbolisch umfasst er das ganze Universum und an erster Stelle die Menschheit in ihrer Gesamtheit. Zahlreiche sibirische Mythen stellen sich die Seelen der Menschen in den Ästen des Baumes hängend vor. Wenn die Zeit der Geburt für sie kommt, schickt Gott die Seele auf die Erde. Andere Mythen erzählen, dass die Seelen aller Schamanen auf einem einzigen Baum versammelt sind: je höher der Ast ist, an dem die Seele hängt, desto stärker wird der Schamane sein. Schließlich gibt es zahlreiche Glaubensvorstellungen, die sich auf das mystische Verhältnis zwischen den Schamanen und ihren Bäumen beziehen. jeder Schamane besitzt einen Baum, auf den er sich im Geiste flüchtet, wenn er im Kampf von anderen Schamanen besiegt worden ist. Wenn der Baum gefällt wird, stirbt der Schamane.

All das deutet - wie uns scheint - darauf hin, dass der Schamanenbaum dasselbe Ansehen genießt wie der kosmische Baum, dass er folglich geeignet ist, von dem Schamanen als Mittel benutzt zu werden, ins Zentrum der Welt zu gelangen, das heißt ins Herz der Wirklichkeit, des Lebens und des Heiligen.

Die Besteigung des Baumes führt den sibirischen Schamanen in den Himmel. Ähnlichen Ritualen sind wir begegnet, als wir einige Initiationszeremonien Süd- und Nordamerikas untersuchten. Fügen wir nun noch hinzu, dass die Besteigung von Bäumen auch für die schamanischen Initiationen einiger amerikanischer Völker charakteristisch ist. Die Initiation der araukanischen Machi enthält die rituelle Besteigung eines Baumes oder eines entrindeten Stammes bis zu einer Plattform, auf der die Novizin ein Gebet an den Gott richtet. Der karibische Pujai erlebt einen ekstatischen Aufstieg zum Himmel, indem er auf eine Plattform steigt, die von der Decke der Hütte an mehreren zusammengedrehten Seilen herunterhängt: wenn die Seile sich aufrollen, lassen sie die Plattform sich immer schneller drehen.

                                           

Aus: Mircea Eliade, „Das Mysterium der Wiedergeburt“ Frankfurt 1997

   
 
 
                                                                             
 

 

SEPHIROTE

CUERPOS

1

Kether

Padre

2

Chokmah

Hijo

3

Binah

Espíritu

4

Chesed

Intimo

5

Geburah

Alma Divina

6

Tiphereth

Alma Humana

7

Netzach

Cuerpo Mental

8

Hod

Cuerpo Astral

9

Jesod

Cuerpo Vital

10

Malkuth

Cuerpo Físico

 

                                                   

7

8

9

10

 
 

                

                                                   

                                          

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Dagnawrote:
 
 
June 25
Dagnawrote:

 

 

June 22
Dagnawrote:

mkui

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 -cxd

qw567

-cxd

Rosa rojaEs ist ein Vergnügen, Ihren Raum zu besuchen. Es ist ein Freudenschutz. Arco iris
Arco irisImmer meine besseren Wünsche: dass die Harmonie in der Familie und in der Gesundheit vorherrscht.Guiño
Rosa rojaIch wünsche einem schönen Tag Sie mit einem würzigen Frühstück. Taza de café
SonrisaEs empfängt eine starke Umarmung.Abrazo a la derecha
ChicaViele Küsse von D.Z.Beso
♥•,*,•♥•,*,•♥•,*,•♥•,*,•♥•,*,•♥•,*,•♥•,*,•♥•,*,•♥•,*,•♥
♥¸.•*´¨`*•.¸♥•.¸♥¸.•*´¨`*•.¸♥♥¸.•*´¨`*•.¸♥

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June 14
Dagnawrote:

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Lieber Freund, bin ich hier, weil sein Raum eine Liebe an die Natur mitteilt,
das Leben und übertrage die Universalwerte.
Ich bin für Ihre Besuche in meinem Raum dankbar.
Ich bin eine Frau, die studiert und arbeitet,
meine Zeit werde gemessen, aber immer bin ich für meinen Special,
der wie Sie freundlich ist.
Vielen Dank durch seine Freundschaft.
D.Z.*

627201q5jaigt1eg.gif picture by alfredito_urizar

June 8
Hello my beautiful Pazuzu, I am again with you. I was with friends to San Luis Potosí, to the "Real one of 14", is a zone where the Peyote occurs to much. It is a very special and mysterious place. There there is chamanes and they orient us for the consumption of peyote. You have consumed it?.......
Nov. 25
Alraunewrote:
Wir haben schon lange nichts mehr von einander
gelesen, drum schick ich dir mal ein fröhliches
Happy Halloween.
Gruß Alraune2     
Oct. 31
Verenawrote:
*ein schönes wochenende wünsche ich Dir,
liebe grüße Verena*
Oct. 26
tina s.wrote:
hi pazuzu, danke dir für deinen eintrag...deine homepage gefällt mir auch sehr gut...wünsche dir eine schöne woche.tina
Oct. 15
Dear pazuzu, I wish you that you have pretty week, by always your friend: Marcela
Oct. 14
HALLO PAZUZU, IT IS A PLEASURE TO BE IN YOUR SPACE.
BESOS.
MARCE
Oct. 6
Kalle G.wrote:
Hallo, Danke für Deinen Eintrag auf meiner Seite.
Es hat mich sehr erfreut, dass Du Dich auf meiner Hompage mal umgesehen hast.
Ich war ebenfalls von Deiner Homepage begeistert und werde bestimmt noch einige male hie reinschauen.
mfG. Kalle
Oct. 4
...wrote:
Köszönöm a látogatást.
Szép időt és jó pihenést kivánok a hétvégére.
Üdv !  -kati-
Sept. 29
Hola Tesoro!!!! quiero desearte que este fin de semana te traiga mucha alegria, paz y felicidad...Dios te bendiga siempre junto a todos tus seres queridos!!!..., MUY FELIZ FINDE!!!!..,un beso muy grande de tu siempre amiga, Lucecit@

Sept. 29
Heinzwrote:
*Hallo Grüß Dich*
*Liebe Freunde*
Liebe Menschen, gibt es die?
ganz bestimmt, sag niemals nie.
Ich kenn‘ so manchen dieser Sorte,
versteh‘n mich auch ganz ohne Worte.
Es gibt sie oft in meinem Leben,
sie zu seh’n, das ist es eben.
Wo kann ich diese Menschen finden?
Hoffe, dass sie nie entschwinden.
Wie willst du finden, was schon da?
sie sind dir immer wieder nah.
Wenn du meinst, es geht nicht mehr,
von irgendwo kommt einer her.
Du musst nur bitten, traue dich,
sie sind wie du, das glaube ich.
Sie fragen nicht nach dem Warum,
sie helfen einfach, auch mal stumm.
Sie tun es nicht für Geld und Ehr‘,
du stößt sie ab damit gar sehr.
Ganz einfach um der Liebe willen,
helfen, um dein Herz zu füllen.
Jede Hilfe bringt sehr viel,
führt uns auf den Weg zum Ziel.
Was, wenn der Weg das Ziel schon ist?
Oh, wie hätt‘ ich das begrüßt.
Liebe Menschen sind auch hart,
spielen oft den Widerpart.
Wer soll stützen dich im Leben,
wenn nicht die Härte ist gegeben?
Lass‘ mal lieb umarmen dich,
was so oft schon wollte ich.
Liebe Menschen gibt es doch,
schau‘ mal in den Spiegel noch.
Wünsch Dir ein schönes Wochenende*
Liebe Grüße Heinz.
Sept. 28
Pazuzu-guten Tag,
Groß danke an toi für dein Kommen in meinem Raum, großen danke für deine Filme, habe ich geschätzt, gutes Ende der Woche und guten Wochenendes.
Freundschaften,
Yves,
Sept. 28
1001 Nachtwrote:
 
 
 
Ich wünsche dir ein ganz ganz tolles und erholsames Wochenende!!!
Danke für deine vielen lieben und tollen Gästebucheinträge. Habe leider
nur selten Zeit fürs zurückschreiben.... Aber jetzt habe ich mir einfach
mal Zeit daür genommen.
 
ganz liebe Grüße von
1001 Nacht alias Diana
 
Sept. 28
HuHu,
wie gehts denn so?
Übrigens,das cafe kenn ich nicht.hattest mich doch mal gefragt.erinnerst du dich noch?
lang lang ist her....
 
Liebe grüße und ein schönes wochenende
wünscht dir Mel aus Berlin
Sept. 28
Nimuewrote:
ein schöner Space, leider hab ich heute nicht die zeit alles zu lesen, aber das bisher gelesene fand ich toll!
liebe grüße
nimue
Sept. 23
 

Grüße von Oxygeno

ich wünsche dir einen schönen tag

und ein schönes wochnende.

liebe grüße

Yves, 

Sept. 22
HALLO:GUTEN ABEND
SCHÖNES WOCHENENDE  
Sept. 21
Hallo Pazuzu..... Wollte dir nur einen schönen Tag wünschen....bis zum nechsten mal....bye bye... 
Sept. 18
Oryzawrote:
hello thank you for you visit me ^^ i'm so glad very much your space so nice much much  i  like your spaces much.
but i must sorry someone . with you write with me in my spaces i can not uderstan it .
i don't know what ? with you send for me ^^ coz i think it that's  not is einglish ^^ but
how ever i must thak you for you relly.. i hope you have a nice every day.^^ good night ^^
Sept. 17
HALLO PAZUZU,
GOOD DAY, ARE NO PROBLEM IF YOUR MUSICA I PUT IT IN MY SPACE,
IT FASCINATES THAT MELODIA TO ME OF PINK FLOYD, I CAN PUT IT DAYS IN MY SPACE?
IT RECEIVES GREETINGS, THAT YOU HAVE PRETTY DAY.
MARCELA URIZAR.
 
Sept. 17
Akin Alaswrote:
     Hi how are you
 
Sept. 17
?wrote:
 hallo Pazuzu, ich grüße dich ,und danke für deinen eintrag in meinem gästebuch oder besser gesagt bücher , du weißt ich habe viele spaces und dises ist auch meiniges lächel.  dises bild habe ich mir erfragt von einm spaces freund, ( also nicht geklaut, )
                                                                                                                                                                        ________________
 liebe grüße von tasmania usw.
Sept. 16
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